Bist du verrückt?
Ein Freund hat mir von einem Sonntagsfrühstück erzählt. Sonntag ist der einzige Tag, an dem alle daheim sind. Seine Frau hat gefragt: „Was machen wir heute? Ausflug in den Hessenpark oder Schwimmbad oder doch lieber Verwandtenbesuch?" Mein Freund hat gesagt: „Ich gehe heute mal in die Kirche."
„Bist du verrückt?" – Die Reaktion der Familie
Da kam die Frage zurück: „Bist du verrückt?" Mag sein, dass das erst mal verrückt klingt. Aber vielleicht braucht man gerade am Sonntag so einen kleinen Bruch im Gewohnten.
Der Wert der Unterbrechung
Einen Moment, in dem nicht sofort der nächste Programmpunkt wartet und der Kopf ein wenig frei wird, und man merkt, wie gut so eine Unterbrechung tun kann.
Jeden Sonntag in die Dorfkirche
Meine alte Nachbarin hat jeden Sonntagsgottesdienst in unserer Dorfkirche besucht. Das tat ihr gut, hat sie gesagt: für eine Stunde raus aus dem Alltag und auch fern dem Familienknatsch.
Ein Ort, an dem es still wird
Für sie war das wie eine Oase in der Wüste, ein Ort, an dem es still wird und man wieder zu sich kommt. Ich glaube, dass jeder Mensch so einen Ort der Ruhe braucht; einen Ort, an dem man mal herausgerückt ist aus dem, was einen sonst bestimmt.
Der Freund geht wirklich – und zwei Kinder kommen mit
Mein Freund ist übrigens an jenem Sonntag tatsächlich in die Kirche gegangen. Zwei seiner Kinder haben ihn begleitet. Danach fanden sie: So verrückt war die Idee wohl nicht.
Den Sonntag anders leben
Und vielleicht ist genau das der eigentliche Gewinn: einmal nicht nur zu funktionieren, sondern den Sonntag anders zu verbringen.