hr4 ÜBRIGENS
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Leitschuh, Marcus C.

Eine Sendung von

Katholischer Religionslehrer und Autor, Kassel

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Bild von der Arche Noah mit Regenbogen und Friedenstaube.

Arche im 21. Jahrhundert

Heute ist der Internationale Tag des Artenschutzes. Ein sperriger Titel für ein sehr lebendiges Thema. Es geht um Tiere, Pflanzen, Lebensräume - um Vielfalt und darum, dass vieles davon bedroht ist. Wenn ich an bedrohte Arten denke, habe ich sofort ein Bild vor Augen: die Arche Noah. Dieses riesige Holzschiff mitten im Nirgendwo. Ein Rettungsprojekt gegen alle Wahrscheinlichkeiten. Die biblische Geschichte erzählt von einer großen Flut – und davon, dass Gott Noah den Auftrag gibt, Tiere und Menschen zu retten. Von jeder Art ein Paar, damit das Leben weitergeht, damit Vielfalt nicht untergeht.

Bewahren statt verbrauchen

Die Arche ist mehr als eine alte Geschichte. Sie ist ein starkes Bild: Das Leben ist zerbrechlich. Und wir tragen Verantwortung. Nicht als Besitzer dieser Welt, sondern als Bewahrer. In der Schöpfungserzählung heißt es, der Mensch soll „den Garten bebauen und bewahren“. Bebauen – also gestalten, nutzen, entwickeln. Aber eben auch bewahren. Beides gehört zusammen. Fortschritt ohne Bewahrung wird rücksichtslos. Bewahrung ohne Gestaltung wird weltfremd.

Vielleicht ist Artenschutz heute unsere Arche. Unsere Entscheidung, dass Artenvielfalt kein Luxus ist, sondern Lebensgrundlage. Jede Biene, die bestäubt. Jeder Baum, der atmet. Jede Pflanze, die heilt.

Kleine Schritte, große Wirkung

Niemand von uns baut eine Arche aus Holz. Aber wir treffen täglich Entscheidungen: was wir kaufen, wie wir reisen, was wir wegwerfen - oder eben nicht. Die Geschichte von Noah endet übrigens mit einem Regenbogen. Als Zeichen des Bundes zwischen Gott und der Erde. Nicht nur mit den Menschen – mit der Erde, mit allen Lebewesen auf diesem Planeten. Vielleicht ist dieser 2. März ein kleiner Regenbogenmoment. Eine Erinnerung daran: Das Leben ist vielfältig. Und es ist uns anvertraut. Gott vertraut auf uns, dass wir die ganze Schöpfung schützen.