Am Feuer erzählen
In den Herbstferien waren unsere Enkel zu Besuch. Die erste Frage war: „Machen wir abends Feuer?“ Im Garten hinter der Scheune haben wir eine kleine Feuerstelle, an der wir auch manchmal grillen. Für die Kinder ist aber das Feuer interessanter als das Gegrillte.
Feuer als Treffpunkt
Da brennt ein Feuerchen; es flackert, knistert und wärmt. Wir sitzen drumherum und erzählen. Das ist schön.
Die Ursprünge des Erzählens
Irgendwie übt Feuer eine besondere Wirkung auf Menschen aus, das muss schon immer so gewesen sein. Ein Wissenschaftler hat sich mit der Vorgeschichte der Menschen befasst. Er vermutet: Schon vor rund 500.000 Jahren saßen unsere Vorfahren ums Feuer. Sie begannen dabei, sich zu verständigen. Er vermutet: So haben die Menschen das Sprechen gelernt.
Reden ohne Handy
Dass ein Feuer fasziniert und zum Reden und Erzählen bringt, habe ich oft selbst erlebt – am Grillfeuer in unserem Garten oder am Lagerfeuer in Zeltlagern, die ich als Jugendpfarrer oft veranstaltet habe. Bei so einer Runde am Feuer braucht man nicht einmal ein Handy oder WhatsApp. Erzählen und zuhören, miteinander reden, Gedanken austauschen - das reicht.
Zuhören und verstehen
Solche Augenblicke sind in einer reizüberfluteten, digitalisierten Gesellschaft geradezu heilsam – sei es am Feuer im Garten oder bei einer Kerze in der Stube. Dabei entdecken wir vielleicht eine ganz einfache Wahrheit: Ich bin, wie ich bin, und du bist, wie du bist. Wenn wir uns zuhören und verstehen, ist das wunderbar.