hr4 ÜBRIGENS
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Häbel, Dr. Ulf

Eine Sendung von

Evangelischer Pfarrer, Laubach-Freienseen

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Weitergeben statt wegwerfen

Im Schaukasten an der Kirche hängt ein Plakat. „Brockensammlung“ steht da drauf. Das Wort erinnert an eine Geschichte in der Bibel: Jesus war unterwegs und hat seine Botschaft verkündigt. Fünftausend Menschen hörten ihm zu. Es wurde spät; die Leute waren hungrig. Da sagte Jesus zu den Jüngern: „Gebt ihnen etwas zu essen.“ Die antworteten: „Wie soll das gehen? Wir haben gerade mal fünf Brote und zwei Fische.“

Das Wunder der Speisung der Fünftausend

Doch dann fingen sie an, verteilten Brot und Fische; sie teilten immer weiter. Und schließlich wurden alle satt. Es blieb sogar noch was übrig. Da sagt Jesus: „Sammelt die übrigen Brocken ein, damit nichts umkommt.“ (Joh 6,12). 

Biblische Inspiration fürs Teilen

Daher also das Wort: Brockensammlung. Nichts fliegt in den Müll; was übrig bleibt, das wird eingesammelt, aufgehoben und weiter verteilt.

Wie funktioniert die Brockensammlung der Kirche heute?

Bei der Brockensammlung unserer Kirche ist es ähnlich. Nur geht es da nicht um Essen, sondern um abgelegte, aber gut erhaltene Kleidung. Die Menschen sollen die Sachen spenden, nicht in den Müll werfen. Die Kleider gehen dann nach Bethel, zu den Bodelschwinghschen Anstalten. Das ist eine große, diakonische Einrichtung. Dort wird die Kleidung sortiert und weitergegeben – an Menschen, die sie brauchen. 

Friedrich von Bodelschwingh und Hilfe für Bedürftige

Der Gründer dieser Anstalten war Friedrich von Bodelschwingh. Heute vor achtzig Jahren ist er gestorben. Deshalb denke ich an ihn und an die Kleidersammlung, die viele Kirchengemeinden durchführen. 

Weitergeben ist besser als Wegwerfen

Einmal im Jahr kommt ein Lastauto, das holt die Spenden ab. Auf der Plane des Lasters steht das Motto: „Brockensammlung“. Denn genau das ist der Sinn: Schmeiß nicht weg, was übrig ist – abgelegte Kleidung, unmodischer Schmuck, Möbel, die nicht mehr in die Wohnung passen. Weitergeben ist besser als wegwerfen.

So wie es in der biblischen Geschichte lautet: Sammelt ein, was übrig ist und teilt das mit den anderen, die es brauchen.