Passt auf und bleibt Menschen
Mit einem Dutzend Jugendlicher und Erwachsener aus unserer Kirchengemeinde waren wir im Konzentrationslager Auschwitz in Polen. Dort hat eine alte Dame mit uns gesprochen. Sie ist jüdischen Glaubens, und eine der wenigen Überlebenden.
Kindheit im Grauen: Erinnerungen einer Fünfjährigen
Sie hat uns erzählt: „Ich war fünf Jahre alt, als meine Familie und ich nach Ausschwitz deportiert wurden, und gleich am ersten Tag wurden meine Mutter und meine Schwester in den Gaskammern ermordet…“ Dann hat sie berichtet, wie sie überlebte – trotz Hunger, Angst, Kälte und Typhus. Dass sie überlebt hat, grenzte an ein Wunder.
Wie geht Versöhnung?
Eine junge Frau aus unserer Gruppe hat sie danach gefragt: „Macht es Ihnen nichts aus, dass wir Deutsche sind? Ich meine, die Nazis haben Ihre Familie umgebracht. Und jetzt reden Sie ausgerechnet mit uns – mit uns aus Deutschland.
Botschaft gegen Hass: „Passt auf und bleibt Menschen“
Sie hat geantwortet: „Nein. Ihr könnt nichts dafür. Ich habe keinen Hass auf euch. Aber passt auf!“ Ihre Stimme war deutlich bis hinten zu hören. „Passt auf, es fängt schon wieder an. Passt auf und bleibt Menschen.“ Heute am 27. Januar, dem Gedenktag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz ist das ihre Botschaft. Anderen gegenüber menschlich bleiben .