In schweren Zeiten auf Gottes gute Macht vertrauen
Manche Liedtexte treffen mich ins Herz - rütteln mich auf, beschwingen mich oder geben mir Hoffnung, wenn ich traurig und mutlos bin. Ein Liedtext von dem Pfarrer und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer gehört dazu. Er hat einmal gedichtet: „Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“
Wenn ein Liedtext Trost gibt
Darin steckt ein Versprechen: ich bin geborgen und Gott ist immer bei mir. Gott schenkt mir neuen Mut. Das habe ich tatsächlich so erlebt: als ich um meine Mutter getrauert habe - und auch, als Panik in mir aufstieg vor einer wichtigen Prüfung. Bonhoeffers Worte haben mich damals beruhigt und gestärkt. „Erwarte getrost, was kommen mag!“
Das Lied “Von guten Mächten” entstand in schweren Zeiten
Bonhoeffer hat diese Worte nicht leichtfertig formuliert. Er lebte und arbeitete während der Zeit des Nationalsozialismus. Die Nazis hatten ihn schon früh im Visier, weil er sich im Widerstand engagierte. 1943 wurde er verhaftet und kam in ein Konzentrationslager. Und genau dort dichtet Bonhoeffer diesen besonderen Text – in einem Brief an seine Familie. Die Worte sollten sie trösten und Hoffnung schenken. Ganz kurz vor Kriegsende wird Dietrich Bonhoeffer hingerichtet.
Bonhoeffers Glaube hat ihn getragen
Vor diesem Hintergrund erscheinen mir seine Zeilen wirklich glaubwürdig. Bonhoeffer war überzeugt von dem, was er gedichtet hat. Sein Glaube hat ihn getragen – auch durch finsterste Zeiten. Ich staune vor so viel Kraft und Hoffnung. Und ich leihe mir noch heute manchmal seine Worte, wenn ich fürchte, den Halt zu verlieren. „Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“