Ich denke was ich will. Gedanken kennen keine Grenzen
Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten?
Dieses Volkslied kennen viele. Es sagt: Gedanken lassen sich nicht einsperren. Sie finden ihren Weg – auch über Grenzen hinweg - hin zu den Menschen, an die ich denke.
Gedankenfreiheit – was bedeutet das wirklich?
Meine vierjährige Enkelin Antonia hat mir das kürzlich gezeigt. Sie lebt in Berlin und hat uns für ein paar Tage besucht.
Am Abreisetag wollte sie mit mir unbedingt noch ihr Puppenhaus fertigbauen. Aber ihr Vater hat gesagt: „Das geht jetzt nicht mehr. Wir müssen zum Zug. Sonst ist der weg.“ Antonia hat nachgegeben: „Na gut“, hat sie gesagt. „Aber ich denke an das Puppenhaus und an Opa, auch noch aus dem Zug.“
Gedanken verbinden – über Orte hinweg
Die Gedanken sind frei: niemand hält sie auf. Ich kann zu jeder Zeit und von jedem Ort an jemanden denken und bleibe so mit ihm verbunden.
Können Gedanken über den Tod hinaus verbinden?
Das ahnt auch Antonias ältere Cousine Meyla. Sie fügte etwas pathetisch hinzu: „Opa, ich denke auch an dich. Sogar dann noch, wenn du schon tot bist.“
Ob das wirklich mal so sein wird, weiß ich nicht. Aber mich fasziniert, was die Kinder wissen: Gedanken schaffen Nähe, auch wenn man weit weg ist. Sogar unendlich weit – für immer.
Liebevolle Gedanken sind ein Segen
Die Gedanken sind frei, die hält niemand auf. Und wenn es noch wohlwollende, liebevolle Gedanken sind, sind sie ein Segen. Dann trösten sie und stärken die Lebenszuversicht.