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Vogt, Dr. Fabian

Eine Sendung von

Evangelischer Pfarrer in der Öffentlichkeitsarbeit, Frankfurt

Eine Person hält zwei brennende Kerzen in der Hand und steht in einer Menschenmenge. Das Licht der Kerzen strahlt leicht und sorgt für eine feierliche Atmosphäre in der Umgebung.

Ukraine-Krieg: Was bringen die vielen Friedensgebete?

Moderator/in: Seit vier Jahren herrscht in der Ukraine Krieg – seit am 24. Februar 2022 russische Truppen das Land angegriffen haben. Und wir hoffen natürlich alle, dass es bald wieder Frieden gibt. Manche Menschen beten auch dafür – auch in Hessen. Gerade jetzt trifft sich unter anderem in der Dreifaltigkeitskirche in Fulda-Pilgerzell eine Gruppe für ein Friedensgebet. 

Fabian Vogt von der Evangelischen Kirche: Was genau erhoffen sich denn die Menschen von solchen Friedensgebeten?

Fabian Vogt: Ich glaube: Vor allem erleben viele Menschen, dass Friedensgebete Halt geben in Zeiten von Krieg und Gewalt. Weil das Miteinander-Beten Gemeinschaft stiftet. Weil es hilft, sich nicht so ohnmächtig zu fühlen. Und weil es Solidarität ausdrückt mit den Leidenden – denen, die vom Kriegsgeschehen unmittelbar betroffen sind.

Und es gibt auch in der Ukraine Menschen, die sagen: „Für uns ist das unglaublich wichtig, dass auf der ganzen Welt für uns gebetet wird. Weil wir dann wissen: Wir sind in unsrem Schmerz nicht allein. Und das gibt uns Kraft durchzuhalten.“

Moderator/in: Aber glaubst du denn wirklich, dass solche Gebete für Frieden sorgen?

Fabian Vogt:  Als Christ würde ich sagen: Ich traue Gott alles zu. Genauso wichtig ist aber: Das weltweite Beten hält die Hoffnung am Leben. Albert Schweitzer hat dazu einen Satz gesagt, den ich sehr überzeugend finde: „Gebete ändern nicht die Welt, aber Gebete ändern Menschen. Und Menschen ändern die Welt.“

Ich glaube: Darum geht es. Dass Menschen weiterhin an den Frieden glauben … und selbst Frieden stiften. Das kann dann dazu führen, dass es tatsächlich weniger Aggression und Gewalt gibt. Gerade heute am Jahrestag brauchen wir viele, die das glauben können.