Kaum zu glauben: Thomas und die Auferstehung
Moderator/in: Wenn jemand ständig alles anzweifelt, nennt man ihn gerne einen „Ungläubigen Thomas“! Fabian Vogt von der Evangelischen Kirche: Der „Ungläubige Thomas“ ist ja ursprünglich eine Figur aus der Bibel. Worum ging’s denn da noch mal?
Der „Ungläubige Thomas“: Wer war das eigentlich?
Fabian Vogt: Na, erst mal spielt die Geschichte vom „Ungläubigen Thomas“ in der Woche nach Ostern. Passt also perfekt.
Also: Thomas war einer der Jünger von Jesus. Das Blöde war nur: Er war nicht mit dabei, als Jesus den anderen Jüngern nach der Auferstehung erschienen ist. Die erzählen Thomas zwar, was sie erlebt haben, aber er sagt nur: „Ne ne ne ne ne. Ich glaub euch das nicht. Also: Wenn Jesus hier leibhaftig vor mir stünde und ich meine Finger in seine Wunden von der Kreuzigung legen würde, dann könnte ich das mit der Auferstehung vielleicht glauben. Aber sonst nicht.“
Was ja nachvollziehbar ist: So eine unfassbare Story ohne Beweise – das ist nicht ganz ohne. Also ist Thomas die ganze Woche voller Zweifel.
Zweifel nach Ostern: Kann man das glauben?
Moderator/in: Kann man ja auch nachvollziehen. Was für eine Botschaft steckt denn da drin?
Fabian Vogt: Erst mal: Eine Woche später sind die Jünger wieder versammelt – diesmal auch Thomas. Und plötzlich ist Jesus da und sagt zu Thomas: „Streck deinen Finger aus und leg ihn in meine Wunde.“ (Joh 20,27). Was der gar nicht mehr machen muss, so überwältigt ist er.
Gottesbegegnung trotz Zweifel: Eine starke Botschaft
Da steckt ‘ne starke Botschaft drin: Nämlich … Zweifel sind was ganz Menschliches. Aber manchmal erleben Menschen Momente, in denen sie merken: Das hier, das ist groß, atemberaubend, unvergesslich, das wischt all meine Zweifel weg, fühlt sich an wie eine Gottesbegegnung.