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Vonderau, Judith

Eine Sendung von
Judith Vonderau,
Katholische Autorin beim Hessischen Rundfunk, Bad Orb

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Eine Gruppe von Frauen in traditionellen Kleidern steht in einem blühenden Feld. Die meisten tragen Blumenkränze. Im Hintergrund geht die Sonne unter und taucht die Szene in sanftes, goldenes Licht. Die Atmosphäre vermittelt einen feierlichen, gemeinschaftlichen Moment.

Johannisfeuer: Tradition trifft christliche Hoffnung

Moderator/in: An vielen Orten in Hessen werden in diesen Tagen die Johannisfeuer entzündet. Das ist ein traditionelles Brauchtum, das in vielen Gegenden einfach dazugehört. Heute ist es ein kirchliches Fest, aber das war nicht immer so, weiß Judith Vonderau von der katholischen Kirche.

Judith Vonderau: Richtig! Große Feuer um den 24. Juni hat es in Hessen schon gegeben, lange bevor es hier die Kirche oder Christen gab. Das waren ursprünglich Feuer, mit denen die Menschen die Sommersonnenwende gefeiert haben, also den Tag im Jahr, an dem es am längsten hell ist. Mit Johannes, nach dem sie heute benannt sind, hatten sie also erstmal gar nichts zu tun.

Moderator/in: Wie kam es dann dazu, dass sich das geändert hat?

Judith Vonderau: Am 24. Juni feiert die Kirche die Geburt von Johannes dem Täufer. Er war ein Prophet zur Zeit Jesu. Sein Gedenktag liegt zeitlich nah an der Sommersonnenwende. Als Hessen christlich wurde, sind beide Feiern zusammengewachsen und man hat die Feuer neu gedeutet.

Moderator/in: Mit der Symbolik des Feuers hat es aber noch mehr auf sich, richtig?

Judith Vonderau: Ja. Feuer bringt Licht in die Dunkelheit. Und für Johannes war klar: Jesus ist dieses Licht für die Welt. Deshalb hat er von ihm erzählt - von seinem Wirken, von dem, was die Welt heller macht. Wenn wir heute Johannisfeuer sehen, können sie uns das daran erinnern, selbst davon zu erzählen, was für uns die Welt besser und heller macht.