Herbstzeit: Sich einfach fallen lassen!
Moderator/in: Morgen ist es wieder so weit: Laut Kalender beginnt der Herbst. Wonach sich manche nach diesem extrem heißen Sommer ganz besonders sehnen.
Fabian Vogt von der Evangelischen Kirche: Bist du auch so ein Herbsttyp?
Bist du ein Herbsttyp?
Fabian Vogt: Auf jeden Fall. Ich freu mich total, dass die schweißtreibenden Nächte vorbei sind … ich nicht mehr in überhitzten Räumen hocken muss … und dass ich nicht ständig das Gefühl habe: Es ist viel zu heiß, um sich überhaupt zu bewegen.
Kuschelzeit im Herbst: Decke, Tee und bunte Farben
Außerdem mag ich am Herbst das Kuschelige: Sich mit einer Decke aufs Sofa schmiegen, einen heißen Tee trinken, lange Gespräche führen und es mir richtig gut gehen lassen. Und natürlich die bunten Herbstfarben.
Herbstgefühl: Sich fallen lassen
Wenn ich mein Herbstgefühl auf einen Satz bringen sollte, würde ich sagen: Der Herbst ist für mich die Zeit, um mich fallen zu lassen.
Moderator/in: Fallen lassen … auch im Sinne von Loslassen?
Fabian Vogt: Genau, innerlich entspannen und ruhig werden. Passt ja auch: Von den Bäumen fallen die Blätter und in mir fällt die Anspannung.
Der Dichter Rainer Maria Rilke hat das mal ganz poetisch auf den Punkt gebracht; in einem Herbstgedicht, das so anfängt: Die Blätter fallen, fallen wie von weit … Und dann weiter: Wir alle fallen. Klingt erstmal unerwartet. Aber dann kommt die Wendung: Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält.
Vertrauen im Fallen: Warum Gottes Hand trägt
Für Rilke ist das Gott. Er ist überzeugt: Man kann sich fallen lassen, wenn man weiß, dass man dabei in Gottes Hand ist. Und das mach ich jetzt: Voller Vertrauen den Herbst genießen.