Frühlingsanfang – Balsam für die Seele
Moderator/in: Es sind ganz wunderbare Tage, die wir gerade bei uns hier in Hessen erleben. Frühlingshafte Temperaturen, die Natur bricht auf, die ersten Frühblüher, Cafés stellen die Tische und Stühle wieder raus, der Cappuccino schmeckt im Freien viel besser und das Eis sowieso. Der Frühling ist bei uns in Hessen angekommen und das macht was mit den Menschen, Steffi Mosler von der katholischen Kirche.
Steffi Mosler: Absolut, bei den Menschen brechen jetzt echte Frühlingsgefühle auf, denn der Frühling ist weitaus mehr als nur ein Wetterumschwung. Nach der Kälte und der Dunkelheit der vergangenen Monate, die gefühlt ja ewig gedauert haben bringt der Frühling neues Leben, Licht und Wärme und das können wir, glaube ich, alle sehr gut gebrauchen.
Moderator/in: Der Frühling ist ja auch das Symbol für die Auferstehung Jesu, denn er begleitet uns bis Ostern und ist auch ein hoffnungsvolles Zeichen.
Steffi Mosler: Ja, und eines der stärksten, wie ich finde, denn was mal verborgen war, bekommet neues Leben und gipfelt dann im Osterfest und in der Überwindung des Todes. Man könnte auch sagen: Die Hoffnung überwindet die Dunkelheit. und ganz praktisch kann ich mich selbst fragen: Wo erlebe ich Hoffnung und wo wächst was Neues? Das kann gut auf den eigenen Garten übertragen werden oder auch einfach nur auf neue Blumen, die man für die Wohnung kauft - also ein sehr doppeldeutiges Bild.
Moderator/in: Wie genau meinst du das?
Steffi Mosler: Ich finde, es ist die beste Zeit, nicht nur die Beete und Blumenkästen zu pflegen, sondern auch die eigene Seele: Also was darf weg? Was ist abgestorben und verblüht? Und was darf auch in mir neu wachsen? Diese ersten warmen Frühlingsmomente kann man gut mit einem Samen vergleichen. Noch ganz klein, er trägt Leben in sich – aber er braucht Zeit, Wärme, Licht. Und vielleicht liegt auch in uns etwas, das noch nicht sichtbar ist: eine Sehnsucht, vielleicht eine Versöhnung oder eine neue Entscheidung. Und das alles darf jetzt im Frühling aufbrechen.