Schätze sammeln
Letztes Jahr gab es viele Äpfel. Wir hatten sie kistenweise unter den Bäumen aufgelesen und draußen im Fahrradschuppen gelagert. Da halten sie sonst lange. Aber diesmal waren viele schon nach drei Wochen faul. In anderen steckte der Wurm. Und die gesunden Früchte hatten die Mäuse angeknabbert und beschmutzt.
Ein Satz von Jesus: Sammelt euch keine Schätze auf Erden
Ich war sauer. Beim Gang zur Biotonne fiel mir ein, was Jesus einmal gesagt hat: Sammelt euch keine Schätze auf der Erde, wo Motten und Rost sie fressen (Matthäus 6, 19+20). Ich fühle mich ertappt und denke mit einem Schmunzeln: er hat mal wieder Recht.
Spaß am Sammeln
Sammelt euch keine Schätze. Das hört sich harsch an. Wo es doch vielen Menschen einfach Spaß macht, etwas zu sammeln. Sie freuen sich über jedes neue Stück und zeigen es gern anderen: Schöne Gläser, Schallplatten, Modellautos. Ich sammle Werkzeug oder besonders schöne und witzige Fotos auf dem Handy.
Wenn Sammeln Freude macht – wann wird Besitz zum Rost der Seele?
Spaß am Sammeln darf einfach nur Spaß machen. Schwierig wird es, wenn sich die Sachen stapeln, Zeit und Aufmerksamkeit binden und Kräfte fressen, die einem anderswo fehlen. Wenn mich das besitzt, was ich besitze, haben sich Rost und Motten schon bei mir in die Seele gefressen.
Reichtum und Ungleichheit – wenn Geld den Blick auf das Wesentliche vernebelt
Schlimmer noch, wenn es auch anderen schadet. Ein heikles Thema ist hier das liebe Geld. Selbstverständlich brauchen es alle, um für sich und ihre Lieben zu sorgen. Aber es gibt auch den Kipppunkt. Manche Menschen sind sehr reich, haben weit mehr als sie brauchen. Man kann das beobachten, auch bei uns im Land. Einige machen riesige Gewinne, sogar jetzt in der Wirtschaftsflaute, während andere kaum über die Runden kommen.
Klima, Banken, Verantwortung – welche Spuren hinterlassen unsere Entscheidungen?
Jeden Abend werden im Fernsehen die Börsenkurse vorgetragen. Kurz vor der Tagesschau, bei hohen Einschaltquoten, so als sollten wir alle ständig mitspekulieren. Nachrichten zum Klimawandel dagegen kommen immer seltener. Die Menschen sind es leid, heißt es, sie schalten ab. Dabei wird es Abermilliarden kosten, wenn wir uns nicht um das Klima kümmern und hier die alten Kurse weiterfahren. Diese Rechnung werden alle bezahlen. Und die, die wenig haben, wird es am härtesten treffen.
Himmelsschätze statt Erdenreichtum – was bedeutet Gottes Maßstab praktisch hier und jetzt?
Jesus sagt: Sammelt euch Schätze im Himmel. Das meint nicht irgendwo in den Wolken. Es meint ein Leben nach Gottes Maßstab hier auf der Erde. Wer etwas sammelt, soll es anderen nicht wegnehmen oder zerstören, was alle brauchen. Also ist es wirklich besser, regionales Obst zu essen und nicht die Äpfel aus Neuseeland nach ihren 20 Tausend Kilometern Weltreise. Oder sein Geld anzulegen bei einer Bank, die in nachhaltige Projekte investiert.