Sternsinger gegen Kinderarbeit
Drei kleine Könige, in bunte Gewänder gekleidet, goldene Kronen auf dem Kopf und ein Stern, der vorangetragen wird: Das kann man auch in Hessen vielerorts sehen an diesem Wochenende. Es ist Sternsinger-Zeit. Rund um den 6. Januar, das Fest der heiligen drei Könige, ziehen Kinder als Könige verkleidet durch die Straßen, bringen Segen und sammeln Geld.
Auch ich hab als Kind da schon mitgemacht – und ich freu mich, dass es die Tradition noch immer gibt. Dass so viele Kinder mitmachen und sich einsetzen für andere Kinder, denen es nicht so gut geht wie ihnen selbst, die zum Beispiel nicht in die Schule gehen können.
Einsatz für Kinder in Bangladesch
„Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit.“ So lautet in diesem Jahr das Motto. Trotz aller Fortschritte im Kampf gegen Kinderarbeit: Sie ist immer noch traurige Realität. Allein in Bangladesch müssen gut 1,8 Millionen Kinder und Jugendliche hart arbeiten – davon über eine Million unter besonders gefährlichen und ausbeuterischen Bedingungen. Die Aktion Dreikönigssingen 2026 setzt sich ein gegen Kinderarbeit und richtet den Blick besonders nach Bangladesch.
Die Aktion sammelt nicht einfach nur Geld – sie will auch informieren und sensibel machen für die politischen Zusammenhänge. Schon für die Kinder gibt es eigene Materialien, die erklären und zeigen: Warum und wo müssen Kinder in Bangladesch arbeiten, wie funktioniert die Ausbeutung.
Kinderarbeit und mehr Kinderrechte
Denn Kinderarbeit ist ja nicht einfach Schicksal – sie hat damit zu tun, dass in diesen Ländern aus verschiedenen Gründen Armut herrscht und dass Kinder billige Arbeitskräfte sind. Und davon profitieren sogar wir hier in Deutschland und in Hessen. Produkte aus der Kinderarbeit gelangen auch zu uns, auf europäische Märkte. Vor allem Kleidung aus Bangladesch wird von Kindern und Jugendlichen genäht.
Die Politik hat in den letzten Jahren versucht, dem entgegenzuwirken, vor allem durch so genannte Lieferkettengesetze. Unternehmen, die weltweit Gewinne erwirtschaften, sollen auch weltweit Verantwortung übernehmen.
Sie müssen dafür sorgen, dass es in ihren globalen Lieferketten keine Menschenrechtsverletzungen und auch keine Kinderarbeit mehr gibt. Die Gesetze sollen das kontrollierbar und einklagbar machen. Jetzt aber werden diese Lieferkettengesetze wieder aufgeweicht. Ich finde das furchtbar. Weniger Bürokratie darf nicht bedeuten: weniger Menschenrechte und weniger Kinderrechte.
Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung und ein gutes Leben
Die kleinen Sternsinger, die jetzt von Haus zu Haus ziehen, machen darauf aufmerksam: Kein Kind soll in der Fabrik arbeiten müssen. Es soll in die Schule gehen, etwas lernen. Jedes Kind auf dieser Erde hat ein Recht auf Bildung und eine Chance für ein gutes Leben.