Seid nett zueinander!
„Halt mal kurz!“ – Mit dieser Aufforderung gebe ich meinen Regenschirm meiner Tochter, um in der Handtasche nach meinem Autoschlüssel zu suchen. Sie hält den Schirm fest – und auch noch so über mich, dass ich nicht im Regen stehe. Eine spontane Nettigkeit.
Der “Tag der spontanen Nettigkeit”
Heute ist nicht nur Fastnachtsdienstag. Heute ist auch der „Tag der spontanen Nettigkeit“. Und deswegen fällt mir diese kleine Szene ein. Einen Schirm halten ist keine große Sache, nichts wofür ich mich überschwänglich bedanken müsste.
Aber ein kurzes „Danke“ hab ich trotzdem gesagt. Denn solche Nettigkeiten machen den Alltag leicht. Sie erleichtern ihn durch die praktische Hilfe oder durch emotionale Unterstützung, wenn ich zum Beispiel jemanden nett grüße.
Nettigkeiten machen die Welt besser
Der Duden definiert „nette Menschen“ als „freundlich und liebenswert, im Wesen angenehm“. Das sagt noch nichts darüber aus, warum jemand nett ist. Ist es absichtslos, weil er oder sie einfach jemandem etwas Gutes tun will? Oder geschieht es aus Berechnung, weil jemand keinen Streit will oder sich beliebt machen?
In jedem Fall bewirkt die spontane Nettigkeit etwas: Sie erfreut den anderen. Und ich glaube, viele Nettigkeiten machen die Welt ein bisschen besser. Denn die Freundlichkeit, die damit ausgedrückt wird, kommt dem gesellschaftlichen Klima zugute.
Nettigkeiten sind auch in der Bibel zu finden
Auch die Bibel kennt kleine Gesten der Freundlichkeit. Jesus beschreibt zum Beispiel einmal eine ganz alltägliche und einfache Szene: Ein Mensch gibt einem anderen ein Glas Wasser zu trinken. Jesus weist darauf hin, dass auch diese kleine Tat nicht ohne Belohnung bleiben wird. (vgl. Markus-Evangelium 9,41)
Ich denke: Wir brauchen gar nicht auf himmlischen Lohn zu warten. Denn es wirkt sich direkt auf mich und meine Mitmenschen aus, wenn ich nett bin. Jesus zeigt mit dem Beispiel die Richtung an, die wir Menschen einschlagen sollen, damit unser Miteinander funktioniert.
Nettigkeiten im Alltag
Es sind die tausend kleinen Dinge im Alltag: Jemanden an der Kasse vorlassen, weil er nur zwei Dinge bezahlen will. Jemandem eine Tür aufhalten, sich für etwas bedanken.
Wenn mir so eine Nettigkeit widerfährt, macht mich das froh. Nicht nur, weil ich nicht im Regen stehe, sondern weil ich bemerke: Da hat jemand auf mich geachtet. Sie hat mein Problem erkannt und bietet mir Hilfe an bzw. hilft mir direkt mit einer kleinen Geste.
Mehr aufeinander achten
Ich finde: Diese Haltung brauchen wir in unserer Gesellschaft viel häufiger. Wir sollten aufeinander achten und nach einander schauen. Dabei muss ich noch nicht einmal meine eigene Komfortzone verlassen: Während ich jemanden an der Kasse vorbeilasse, kann ich in Ruhe meine Einkäufe aufs Band legen.
Während meine Tochter den Schirm hält, steht sie selbst auch darunter. Der Dank für diese gute Tat kommt sofort und wirkt nach in der positiven Stimmung, die sie bei den Beteiligten hinterlässt.
Ich denke: Heute, am Tag der spontanen Nettigkeiten, ist ein guter Tag, mal wieder kleine gute Taten zu vollbringen und damit die Welt ein bisschen besser zu machen.