hr2 ZUSPRUCH
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Lungershausen, Dr. Christine

Eine Sendung von
Dr. Christine Lungershausen,
Evangelische Pfarrerin, Eschborn

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Eine Gruppe von fröhlichen Kindern läuft lachend auf einem Weg im Freien. Sie tragen Schulranzen und sind in lässiger Kleidung. Die Sonne scheint, und das Bild vermittelt eine Stimmung von Freude und Unbeschwertheit.

Mit Segen sanft wachsen

„Na komm, Milan, wir gehen rein“, sagt die Lehrerin der ersten Klasse bestärkend. „Die andern freu‘n sich auf Dich.“ Milan ist sich da nicht so sicher. Er schaut zurück zum Vater. Der bleibt am Tor des Schulhofs stehen. Auf einem Schild steht „Ab hier schaffen wir‘s allein“. Der Vater sieht auf Milan. Er nickt und will seine Freude bestärken.

Vertrauen und Loslassen

Milan vergewissert sich nochmal, dass es auch wirklich gut ist. Der Vater nickt wieder. Jetzt geht Milan los, hinter der Lehrerin bewegt sich etwas. Paul schaut hervor und ruft: „Hey, Milan, ich hab heut den Dino dabei!“ Nun rennt Milan los. Der Vater atmet erleichtert auf. Für heute ist der Schritt in die Schule geschafft.

Ein neuer Lebensabschnitt beginnt

Für Milan und viele andere Kinder beginnt heute die Schulzeit. Ein neuer Lebensabschnitt. Ein großer Schritt. Um sich dafür zu stärken, besuchen viele Familien den Einschulungsgottesdienst: Dort bekommen die Kinder einen Segen für den Neuanfang. Aber: Wieso braucht es diesen Segen – und was hilft der?

Was bewegt Kinder und Eltern?

Zum Neuanfang gehören große Erwartungen: Eltern wünschen den Kindern, dass sie sich in der Schule entfalten können. Dass sie entdecken und entwickeln können, was in ihnen steckt. Gleichzeitig spüren Erwachsene und Kinder an so einem Übergang besonders: vieles liegt nicht in meiner Hand. Die Schule ist groß und fremd – das kann Angst machen.

Stärke im Übergang: Wie hilft der Segen konkret?

Und wird es mit den Mitschülerinnen? Werde ich Freunde finden, mich mit den Lehrkräften verstehen? Bei so vielen Fragen – da ist es gut, den Rücken gestärkt zu bekommen. Dafür gibt es den Gottesdienst. Und den Segen. Dann sagen wir Pfarrerinnen Worte wie: „Gott segne Dich und behüte Dich.“ Oder: „Gott schenke Dir ein mutiges Herz“. Damit meinen wir: Gott sieht Dich liebevoll an.

Warum der stärkende Blick Mut macht 

So wie der liebevolle Blick des Vaters am Eingang. Dieser Blick und dieses Gefühl: Das macht stark für den nächsten Schritt. Segen ist keine Garantie: Es wird alles gut. Segen bewahrt nicht vor Schürfwunden, Streit oder schlechten Noten. Aber: Segen hilft im Übergang. Im Segen kann ich spüren: Ich werde liebevoll angesehen. Auch wenn es mal nicht so gut läuft. Gottes liebevoller, ermutigender Blick bleibt auch dann auf mir. Das zu wissen, macht stark für alles, was kommt.

Übergänge im Leben: Warum auch Erwachsene Segen brauchen

Auch wir Erwachsene fangen ja immer wieder mal neu an im Leben: Ein Umzug in eine kleinere Wohnung, die neue Arbeitsstelle. Das Ende einer Beziehung. Der Eintritt in den Ruhestand. Da erleben auch Erwachsene, wie schwer so ein Übergang sein kann – mit Vorfreude, Fragen und Ängsten. Und auch da hilft Segen.

Mit Gottes Blick zur Veränderung

Wenn ich höre, dass Gott mich liebevoll ansieht. Wenn ich Gottes Blick bewusst auf mir spüre. Dann werde ich innerlich größer. Das tut gut – Kindern und Erwachsenen. Daran denke ich, wenn ich heute segne im Einschulungsgottesdienst. An sanfte Blicke, die das Gute stärken. Und Mut machen – für den nächsten großen Schritt.