hr2 ZUSPRUCH
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Groß, Uwe

Eine Sendung von
Uwe Groß,
Katholischer Diakon, Pfarrei St. Peter und Paul, Wiesbaden

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Ein lächelnder Junge sitzt in einem Zug und schaut aus dem Fenster. Sein Gesicht strahlt Freude aus, während er die Umgebung beobachtet.

Menschen froh machen

„Wir müssen die Menschen froh machen“, das soll einmal die heilige Elisabeth von Thüringen ihren Gefährtinnen auf der Wartburg gesagt haben, als sie wieder einmal Bedürftigen Brot aus der Speisekammer der Burg gebracht hat.

Warum macht es glücklich, anderen Menschen Freude zu schenken?

Nach über 30 Jahren im Berufsleben als Seelsorger kann ich für mich sagen: Es ist für mich selbst ein großes Geschenk, Menschen froh zu machen. Ich hab in all den Jahren meines Berufslebens immer wieder erlebt, dass Menschen froh wurden. Wenn ich im Religionsunterricht einem Kind Mut machen konnte, sich zu trauen, einen Text zu lesen und es dann anschließend ganz stolz auf sich selbst war, dann habe ich die Fröhlichkeit in seinen Augen gesehen.

Hier durfte ich erleben, wie andere froh wurden

Erst vor einem Monat habe ich wieder eine Jugendfreizeit nach Frankreich geleitet. Dabei habe ich erlebt, wie unbeschwert und fröhlich die Jugendlichen die gemeinsame Zeit dort genossen haben. Das hat mich selber froh gemacht. Viel Freude und Glück habe ich auch auf Taufen und Trauungen erlebt, die ich leiten durfte: Menschen, deren Kind ich unter den Segen Gottes gestellt habe, oder Paare, die den Bund des Lebens eingegangen sind. Auch in Krankenhäusern habe ich erlebt, dass Menschen froh waren, wenn sie besucht wurden. Menschen, die an die Pfarrhaustür kamen, waren froh, nicht mit leeren Händen wegzugehen.

Wie schön, dass ich das zu meinem Beruf machen darf

Ich erfahre das oft, dass ich Menschen froh machen kann. Und ich empfinde es als wahnsinnig schön, dass ich das in meinem Beruf machen kann. Natürlich kann jeder und jede andere Menschen froh machen und sicher finden sich in jedem Leben Möglichkeiten, anderen Menschen Gutes zu tun. Ich verstehe aber eben auch meinen Beruf als Seelsorger und Diakon so, dass das meine Hauptaufgabe ist.

Was sind vielleicht die wichtigsten Aufgaben eines Seelsorgers?

Heute werden im Limburger Dom vier Männer zu Diakonen geweiht und auch ihnen wünsche ich das. Dass sie spüren, das ist vielleicht sogar das Wichtigste als Seelsorger: anderen Mut machen, anderen Hoffnung geben, andere froh machen.