Mein Kalender für das neue Jahr
Diese ersten Tage im Jahr nutze ich, um den neuen Kalender einzurichten. Die kommenden Monate sollen schließlich geplant sein. Und es macht mir durchaus Freude, in das so frische und noch ganz leere Büchlein sorgsam die Termine einzutragen, die in der kommenden Zeit wichtig sind.
Planung und Struktur für das neue Jahr
Zuerst kommen die familiären Ereignisse: Geburtstage, Hochzeitstage, vielleicht ist sogar eine Taufe geplant. Dann die Daten der Freunde, die nicht übersehen werden dürfen. Und schließlich die anderen schönen Pläne, etwa Besuche bei den Kindern oder Enkelkindern, besondere Konzertbesuche und wann der Urlaub geplant wird, vielleicht auch noch, wohin es gehen soll.
Persönlicher Kalender als Lebensübersicht
Einen persönlichen Kalender einrichten – das mag ich gerne, weil es mir den Eindruck vermittelt, als bekomme ich eine Übersicht über mein Leben. Es verschafft mir das Gefühl, als hätte ich alles im Griff, wenn es denn nur gut geplant und aufgelistet ist.
Aber das Leben ist dann meistens doch ganz anders. Es kommt immer etwas dazwischen.
Weisheit und Gelassenheit in der Planung
In den Weisheitsschriften der Bibel wird diese Erfahrung in einem Spruch beschrieben: „Des Menschen Herz plant seinen Weg, aber Gott lenkt seinen Schritt“ heißt es dort (Sprüche 16,9). Das meint: du kannst gerne alles kalkulieren und in deinen Kalender eintragen, aber es kommt dann doch ganz anders. Du hast einfach keine Planungssicherheit für dein Leben.
Gott lenkt meinen Schritt – Vertrauen statt Kontrolle
Gott lenkt meinen Schritt, das meint auch: Mein Leben baut auf Voraussetzungen auf, die ich selbst nicht in der Hand habe, die ich nicht überschauen kann, ja über die ich auch nicht entscheiden darf. Ein Philosoph (Odo Marquardt) hat einmal gesagt, wir Menschen seien stets mehr die Summe unserer Zufälle als die unserer Entscheidungen.
Zufall, Entscheidung und Schicksal im Lebenslauf
Da ist etwas dran: So manches hatte ich mir fest vorgenommen, aber dann kam etwas dazwischen: eine Krankheit oder ein neuer Arbeitsplatz. Ein Mensch ging von mir oder ich lernte unvermutet einen Menschen kennen, - das alles gibt dem Leben plötzlich eine neue Richtung. Da bildet man sich ein, das eigene Leben wie einen Computer zu speisen, so als könne das Lebensglück programmiert werden. Aber dann wird klar: Alle Eventualitäten kann ich gar nicht bedenken.
Gelassenheit und Vertrauen ins Leben
Mein Leben ist mehr die Summe von Zufällen als das Ergebnis von Planung. Diese Erkenntnis ist aber gar nicht so schrecklich, im Gegenteil, sie kann sogar entlasten. Wenn ich nämlich merke, dass gar nicht alles in meinen Händen liegt. Ich trage nicht die Schuld für alles, was mir widerfährt. Oder anders ausgedrückt, ich plane zwar, aber Gott lenkt meinen Schritt.
Ein neues Jahr mit dem Zusatz: „So Gott will“
Wenn ich nun meinen Kalender für das Jahr 2026 einrichte, schreibe ich mir deshalb ganz an den Anfang eine Klausel „so Gott will!“ (Jakobusbrief 4, 15) Wenn es dann anders kommt als geplant, bin ich zumindest darauf vorbereitet.