Küchenpartys
Die besten Partys finden in der Küche statt. Das habe ich als Studentin auf WG-Partys gelernt. Und das fällt mir wieder ein, als ich darüber nachdenke, wie eine gelungene Familienfeier aussieht. Die haben sich bei uns nämlich verändert.
Familienfeiern früher: Traditionen und Gemeinschaft
Früher hatten wir feste Traditionen: An Weihnachten hat sich die ganze Familie bei meinen Großeltern getroffen. Bei ihnen habe ich regelmäßig alle gesehen: Onkel und Tanten, Cousins und Cousinen. Küchenpartys waren das vor allem für meine Oma. Die hat nämlich für alle gekocht.
Wandel der Zeit – neue Wege fürs Feiern
Heute ist das anders. Meine Großeltern sind zu alt, um Gastgeber für die ganze Familie zu sein. Und wir anderen feiern Weihnachten mittlerweile an unterschiedlichen Orten. Die alte Tradition passt nicht mehr.
Was fehlt, wenn Familientreffen seltener werden?
Feiern, bei denen die ganze Familie zusammenkommt, sind bei uns deshalb selten geworden. Schade! Mein Mann und ich überlegen deshalb, ob wir einmal alle einladen wollen. Zur Taufe unseres Sohnes zum Beispiel. Aber ich habe Zweifel. Das ist viel Arbeit. Und wir haben ein Baby. Scherzhaft sage ich zu einer Freundin: „Eine Küchenparty wie im Studium, das würde ich mir gerade noch zutrauen.“
Erinnerungen an WG-Partys und einfache Feste
Gemeinsam erinnern wir uns: Schick gedeckte Tafeln gab es in unseren WGs nicht. Aber auf Klappstühlen und Getränkekisten war immer ein Platz frei. Und es war klar: Die Gastgeber besorgen nur einen Grundstock an Getränken. Damit es für alle reicht, bringt jeder etwas mit. Der eine Gast stellt einen Schichtsalat aufs Buffet. Und ein anderer legt eine Flasche Weißwein in den Kühlschrank. Jeder musste also erst einmal in die Küche. Und viele sind dann gleich dortgeblieben.
Idee mit Herz: Warum nicht eine Küchenparty zur Taufe?
Meine Freundin ermutigt mich: „In der Küche war es doch immer am lustigsten! Warum macht ihr aus der Tauffeier nicht auch eine Küchenparty, bei der alle mit anpacken?“ Ich lache darüber. Dann denke ich: Eigentlich passt das super zur Taufe und zum christlichen Glauben. Wenn Jesus irgendwo zu Gast war, gab es auch selten schicke Festtafeln. Trotzdem hat er mit vielen zusammen gegessen und gefeiert. Eine fleißige Hausfrau ermahnt er sogar, dass sie lieber die Zeit mit den Gästen genießen soll, als zu viel vorzubereiten. Denn: Die Gemeinschaft ist wichtig. Nicht, dass alles perfekt ist.
Gemeinschaft statt Perfektion
Das nehmen wir uns zu Herzen. Zur Taufe laden wir die ganze Großfamilie ein. Aber: Wir machen daraus tatsächlich eine Küchenparty – fast so wie früher. Statt Geschenken wünschen wir uns von jedem einen Beitrag zum Buffet. Ein bisschen unsicher bin ich trotzdem: So sahen unsere Familienfeste sonst nicht aus. Enttäusche ich damit die Erwartungen?
Fazit: Warum die Küchenparty wiederkehrt
Jetzt, ein paar Wochen später, kann ich sagen: Nein! Im Gegenteil: Es ist ein wunderbares Fest geworden. Es war beeindruckend, welche Leckereien zusammengekommen sind. Und als es ans Aufräumen ging, versammelte sich ein bunter Haufen in der Küche: Mein Cousin hat die Spülmaschine eingeräumt zusammen mit der Tante meines Mannes. Mein Bruder hielt ein Kind davon ab, die schmutzigen Teller abzulecken. Und in dem bunten Miteinander dachte ich: Es ist ganz anders als früher bei meinen Großeltern. Aber der Kern ist geblieben: Die Verbindung zueinander. Um die geht es. Bei WG-Partys genauso wie bei Familienfeiern.