hr2 ZUSPRUCH
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Groß, Uwe

Eine Sendung von
Uwe Groß,
Katholischer Diakon, Pfarrei St. Peter und Paul, Wiesbaden

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Kreuzfest

„Das Kreuz ist das Beste am ganzen Christentum“, das hat einmal Bischof Franz Kamphaus bei einem Spaziergang an der Lahn zu mir gesagt. Das war vor über 25 Jahren und ich hatte den damaligen Limburger Bischof um ein persönliches Gespräch gebeten.

Das Fest der Kreuzerhöhung und die Legende von Helena

Heute wird in der katholischen Kirche das Fest der Kreuzerhöhung gefeiert und man denkt daran, dass die Kaiserin Helena im vierten Jahrhundert das wirkliche Kreuz Jesu in Jerusalem wieder aufgefunden hat und schließlich dort die Grabeskirche erbauen ließ.

Was bedeutet: „Das Kreuz ist das Beste“?

„Das Kreuz ist das Beste am ganzen Christentum“, ich habe schon oft an die Worte unseres verstorben Altbischofs vor 25 Jahren gedacht. Besonders an Karfreitag oder eben heute am Tag der Kreuzerhöhung. Immer wieder habe ich mich gefragt, was Franz Kamphaus damit gemeint hat. Ich habe ihn damals so verstanden, dass er mir sagen wollte: Das Kreuz zeigt Jesus als den Sohn Gottes in leidender Gestalt. Gerade weil Gott leidet, kann er auch mit den Menschen leiden. Einer der uns in unserem Leiden Trost spendet. An diesen Gedanken habe ich immer wieder gedacht und ich fand ihn bestätigt, als ich einmal den Isenheimer Altar in Colmar besichtigt habe. Das ist ein dreiflügeliger Altar, den man auf- und zuklappen kann. Ursprünglich stand dieser Altar in einem Krankenhaus in Colmar. Unter der Woche an den Werktagen haben die Kranken nur die zugeklappte Seite mit dem leidenden Christus als Bild gesehen. Einem Christus, der von vielen Wunden überzogen ist. Davor haben die Menschen, die selber schwer krank waren, gebetet und sich vielleicht selbst in diesem verwundeten Jesus wiedererkannt. Sie haben gespürt: Gott ist einer, der unser Leiden kennt, ja einer, der es selbst gespürt hat.

Hoffnung durch den auferstandenen Christus

Am Sonntag dann, oder in der Osterzeit wurde der Altar geöffnet. Dann sah man das berühmte Gemälde von Matthias Grünwald, das Jesus Christus als den Auferstandenen zeigt. Jesus geht dabei in die Sonne über. Das Bild der Auferstehung wollte im Krankenhaus Hoffnung vermitteln, das selbst im Tod nicht alles vorbei ist. Und wahrscheinlich hat es das auch getan: Hoffnung geschenkt.

Trost im eigenen Leiden

„Das Kreuz ist das Beste am ganzen Christentum“. Mir sagt dieser Satz von Franz Kamphaus. Im Leben läuft nicht alles nach Plan. Manchmal werde ich krank, manchmal stirbt ein lieber Mensch, manchmal leide ich. Aber bei Gott war das genauso und das erzählt mir das Kreuz. Und weil Gott selbst das Leiden kennt, deswegen kann er mir auch Trost sein und mir durch meine traurigen Situationen hindurchhelfen und neue Kraft geben.