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Petig, Susanna

Eine Sendung von
Susanna Petig,
Evangelische Pfarrerin, Kirchspiel Gensungen, Felsberg /Eder

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Drei große schwarz-braune Ameisen haben sich um ein Astloch gruppiert  aus dem ein schwarzer Käfer krabbelt.

Insektenkrankenhaus in Afrika

Insektenhotels kennt man ja. Das sind flache Holzkisten. Vorne offen. Gefüllt mit Stroh, Tannenzapfen, Schilf und anderen Naturmaterialien. Menschen stellen sie in Gärten auf, damit Insekten dort Schutz finden.

Ein Ameisen-Krankenhaus in Afrika

Aber haben Sie schon einmal von einem Insekten-Krankenhaus gehört? Das gibt es tatsächlich. Für Ameisen. Nicht bei uns, sondern in Afrika. Und gebaut haben es nicht Menschen.

Matabele-Ameisen: Die erstaunlichen Jäger Afrikas

Die Ameisen selbst kümmern sich darum. Die Matabele-Ameisen jagen Termiten und ernähren sich von ihnen. Das ist aber gefährlich, denn Termiten sind wehrhafte Gegner. Sie lassen sich nicht so einfach auffressen. Mit ihren kräftigen Kiefern verteidigen sie sich. Sie beißen den Angreifern Beine oder Antennen ab. Manchmal hängen sie sich sogar an einer Ameise fest und lassen nicht mehr los. Nach einer solchen Jagd sind also viele Ameisen verletzt. Manche haben ein Bein verloren. Andere sind schwer verwundet. 

Wie funktioniert das Insektenkrankenhaus der Ameisen?

Und dann passiert etwas Erstaunliches. Die verletzten Ameisen werden nicht zurückgelassen. Ihre Artgenossen kommen und tragen sie nach Hause. Zurück in den Bau. Dort werden in so einer Art Ameisen-Krankenhaus ihre Wunden gereinigt und versorgt. Ohne diese Hilfe würden ca. 80 Prozent der verletzten Ameisen sterben. Mit sind es nur 10 %. Erstaunlich, was die Naturforscher und -forscherinnen da herausgefunden haben!

Warum helfen Ameisen ihren verletzten Artgenossen?

Die verletzten Ameisen werden nicht einfach durch andere ersetzt. Obwohl in so einem Bau ja tausende davon leben. Nein, vielmehr machen sich die gesunden Artgenossen die Mühe, sie zupflegen. Warum tun sie das? Was bringt sie dazu, was haben sie davon? Vielleicht schätzen sie das einzelne Individuum so wie wir. Ich bin immer fasziniert von solchen Entdeckungen. 

Die Wunder der Schöpfung sind größer als unser Wissen

Wir Menschen betrachten uns gern als die Krone der Schöpfung und dabei unterschätzen wir unsere Mitgeschöpfe. So viel wissen wir über sie nicht – oder noch nicht.

Gottes Schöpfung ist viel größer und wunderbarer, als ich verstehen kann. Das will ich nie aus dem Blick verlieren. Deshalb möchte ich respektvoll mit ihr umgehen und in Acht behalten: Wir Menschen sind nicht das Maß aller Dinge. 

Das ist der, der das alles geschaffen hat. Gott ist das Maß aller Dinge. Er kennt schon alles, was wir im Laufe der Zeit erforschen. Mehr noch: Er hat es gemacht.

Gottes liebevoller Blick auf seine gesamte Schöpfung

Und das glaube ich auch: Gott begleitet seine Schöpfung und sieht sie liebevoll an. Manchmal vielleicht auch sorgenvoll, fürchte ich. Aber vor allem: liebevoll.