Post für dich
Ich liebe ja Postkarten. Solche mit lustigen Bildern oder Sprüchen, aber auch Urlaubskarten. Meine Postkarte mit dem weitesten Weg kommt aus Australien – da haben Freunde Urlaub gemacht. Meine vielleicht liebste Karte ist die erste Postkarte von meinem heutigen Ehemann. Und mein ungewöhnlichster Aufbewahrungsort für eine Postkarte ist unser Kühlschrank. Dort hat meine Tochter eine Karte mit Winterlandschaft deponiert und erklärt: „Damit der Schnee nicht so schnell schmilzt!“
Einfach so und auf Papier!
Diese Postkarten bringen mich immer wieder zum Lächeln – deshalb habe ich sie aufbewahrt. Heute am „Schreib-eine-Postkarte“-Tag möchte ich auch selbst mal wieder jemandem eine Postkarte schreiben. Einfach so und auf Papier!
In den letzten Jahren mach ich das immer seltener. Ich schreibe Whatsapp-Nachrichten und Mails, und beides hat auch seinen Reiz. Aber die Nachrichten sind kurzlebig. Ich schaue selten alte Nachrichten an – aber die schönsten Postkarten der letzten Jahre, die hängen an einer Tür in unserem Haus.
„Ich denk an dich“
Oft gehe ich einfach an ihnen vorbei, aber manchmal bleibe ich stehen und schaue die Karten an. Sie erinnern mich immer mal wieder an die lieben Menschen, die sie mir geschickt haben und wecken hin und wieder auch das Fernweh - erst recht jetzt in Corona-Zeiten.
Ganz unabhängig vom Text auf der Rückseite bringen mir die Postkarten eine Botschaft: „Ich denk an dich!“ – Das freut mich. Und diese Freude möchte ich auch gerne anderen Menschen machen. Ich denke oft an jemanden. Aber ihm oder ihr das zu sagen oder zu zeigen, schaffe ich dann doch nicht: Es gibt so viel zu tun, ich habe gerade keine passende Karte zur Hand, Briefmarken sind auch nicht im Haus, und überhaupt fällt mir gerade kein kreativer Text ein.
Aber heute denke ich an einen Freund, von dem ich schon lange nichts gehört habe, und schicke ihm die nächstbeste Karte, die ich finde. Und falls mir dann nichts Kreativeres einfällt, schreibe ich einfach: „Heute ist der „Schick-jemandem-eine-Postkarte“-Tag. Da hatte ich Lust, genau dir eine Postkarte zu schreiben. Herzliche Grüße!“ - Ich denke mir, derjenige freut sich! Denn eigentlich wünschen sich fast alle Menschen, dass jemand an sie denkt.
Das hält unsere Verbindung lebendig
Im Christentum gibt es auch die Tradition, an jemanden zu denken und zu erinnern. An jedem Tag ist nämlich ein Gedenktag für kleine und große Heilige. Manche sind bekannt, wie der Heilige Valentin nächste Woche, und manche sind nicht bekannt, wie der Heilige Lukas von Griechenland, dessen Gedenktag heute ist.
Meinen lieben Verstorbenen kann ich keine Postkarte schreiben. Aber ich denke hin und wieder an sie. Und ich bin überzeugt davon: Wir sind verbunden, auch über den Tod hinaus. Den Lebenden schreibe ich eine Postkarte. Das hält unsere Verbindung lebendig und bringt schöne Erinnerungen und manchmal einen lustigen Spruch.