Lioba – wenn Liebe die Welt verändert
Gut sichtbar auf dem Petersberg bei Fulda steht eine kleine, sehr alte Kirche: die Liobakirche. Seit fast 1200 Jahren thront sie hier und scheint ins Land hinabzuschauen.
Start der Liobawoche
Diese Woche dreht sich im Fuldaer Land alles um diese Kirche, besser gesagt, um die Person, der diese Kirche geweiht ist: die Hl. Lioba. Denn heute beginnt die Liobawoche. Eine ganze Woche für eine Frau, die im 8. Jahrhundert gelebt hat. Die Hl. Lioba hat Fulda geprägt – ihr Name ist bis heute gegenwärtig: Es gibt eine Liobastraße, eine Lioba-Apotheke, einen gleichnamigen Pflegedienst und eine ganze Reihe von Mädchen und Frauen, die nach genau dieser Lioba benannt sind. Und am Fuße der Liobakirche leben Ordensschwestern. Sie leben und wirken hier ganz nach dem Vorbild der Hl. Lioba.
Eine Kirche und ihr Name
In dieser Kirche ist sie begraben. Sie hat es geschafft, dass diese Kirche im Volksmund nach ihr benannt wird, obwohl sie eigentlich „Kirche St. Peter“ heißt. Was ist an dieser Frau nun so besonders? Lioba war eine Verwandte des Hl. Bonifatius, der wie sonst keiner zu Fulda gehört. Wenn ich mir ihr Leben ansehe, dann scheint sie so gar nicht in ihre Zeit zu passen. Sie fällt auf – und das sehr positiv: Lioba hat viel Bildung erhalten. Sie war belesen. Dies nutzte sie, um das kirchliche und kulturelle Leben aufblühen zu lassen. Sie leitete mehrere Klöster und unterrichtete dort Mädchen und Frauen. Führungskraft würde man sie heute nennen. Und doch hat alles, was sie tut, für sie nichts mit Karriere zu tun. Sie tut es aus einem anderen Grund: um Liebe zu geben. „Die Liebe gebende“ - das bedeutet der Name Lioba.
Bildung, Führung, Liebe – Liobas Vermächtnis
Lioba packt tatkräftig an, um die Welt besser zu machen. Sie tut das aus ihrem Glauben heraus, denn: Was ist die Aufgabe von Christen, wenn nicht die Welt zum Guten zu verändern? Vor rund 1200 Jahren konnte Lioba so viel bewegen – und das ohne moderne Hilfsmittel, ohne Internet, Smartphone und E-Mails.
Was uns Lioba heute sagt
Wenn ich an die Hl. Lioba denke, dann macht mir das Mut, größer zu denken und mir und meinen Möglichkeiten mehr zuzutrauen. Welche Aufgabe habe ich, um die Welt zu verändern? Wo kann ich in meinem Alltag im Kleinen etwas bewegen? Vielleicht ist das ja die eigentliche Botschaft der Liobawoche: Nicht nur zurückblicken. Sondern hinschauen. Und dann selbst anpacken.