Gesicht in den Wind
Mit 12 fremden Menschen sitze ich zusammen im Garten. Es gibt Wasser und ein paar Snacks. Die Stimmung ist gelassen. Wir kennen uns nicht. Aber wir wollen zusammen eine Reise machen. Keine Reise im üblichen Sinne. Sondern eine Reise, um sich selber besser kennen zu lernen. Am Anfang stand die Sehnsucht. Wir alle haben gespürt: wir wollen mehr.
Mehr Ruhe, mehr Tiefe, mehr Echtheit
Mehr Ruhe, mehr Tiefe, mehr Echtheit. Mehr wir selbst. Für unser Leben. So sind wir der Einladung zum LUV Workshop gefolgt. LUV ist ein Wort aus der Seemannssprache. Es bedeutet: ‚die dem Wind zugewandte Seite‘. Von da kommt die Kraft, die die Segel füllt, die das Schiff voranbringt.
Auf der Suche nach der Kraft, die voranbringt
Gemeinsam sind wir auf der Suche nach dieser Kraft, die uns voranbringt und unserem Leben Tiefe schenkt. Nur muss man ihr Raum geben. Im Mittelpunkt steht dabei eine Erzähl-Methode. Erst denkt jeder und jede für sich nach. Dann geht es reihum: Eine redet, die anderen hören zu.
Zuhören ohne Kommentare und Ratschläge
Keine Kommentare. Keine Ratschläge. Volle Aufmerksamkeit. Wenn der Erzähler seinen Gedanken nachhängt, sind alle miteinander still. So bin ich gezwungen zu überlegen: was ist wirklich wichtig. Was will ich teilen. Was hilft mir bei meiner Suche nach Tiefe.
Einfach loslassen und teilen
Schon am ersten Abend merke ich. Es tut gut: Das, was mich beschäftigt, einfach loszulassen und zu teilen. Ich kann erzählen, ohne bewertet zu werden. Dadurch kann ich Mitten ins Leben eintauchen. Ich muss mich nicht langsam voran tasten. Obwohl ich die anderen nicht kenne.
Wertvolles Leben teilen
Ich teile tiefgründige Erfahrungen und Gedanken mit ihnen. Und umgekehrt höre ich ganz viel Wertvolles. Ganz viel Leben. Gelungenes und schmerzhaftes. Für all das ist Raum. Ich bin gespannt, was ich auf dieser Reise entdecken werde. Vielleicht finde ich genau das, wonach ich mich gesehnt habe. Mehr von mir selbst. Ich halte mein Gesicht in den Wind.