hr3 MOMENT MAL
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Becker, Alexandra

Eine Sendung von
Alexandra Becker,
Katholische Pastoralreferentin Frankfurt

Ein Wald mit bunten Blättern an den Bäumen.

Schau, was schon gewachsen ist!

Moderator/in: Morgens ist die Luft jetzt kühler, feuchter. Abends wird es früher dunkel. Man merkt, der Sommer geht langsam zu Ende. Meteorologisch beginnt heute am 1. September der Herbst. Dabei geht´s aber weniger ums Gefühl, sondern um die Vergleichbarkeit, Alex Becker von der katholischen Kirche?

Alex: Die Meteorologie teilt das Jahr in vier gleich große Abschnitte ein. Damit man Wetter und Klima besser vergleichen kann. Damit man sagen kann: Dieses Jahr war es wärmer als im Durchschnitt. Es hat mehr oder weniger geregnet. Das haben wir in den letzten Wochen ja überall lesen und hören können.

Vergleiche: Gut und schlecht zugleich

Moderator/in: Das Vergleichen ist ja wichtig, um z.B. solche klimatischen Veränderungen messen zu können – und vielleicht reagieren zu können.

Alex: Genau. Ganz persönlich macht mir das Vergleichen aber oft echt Stress. Ich vergleiche nämlich ständig: Den Sommer vom letzten Jahr mit diesem, welches Kind im Kindergarten schon Schuhe binden kann, ob die grauen Haare letzte Woche nicht weniger waren. 

Und ganz schnell wird aus einem Vergleich dann in meinem Kopf ein Urteil, meist über mich. Und oft fällt es nicht gut aus. 

Moderator/in: Aber wie schafft man es, aus diesem vielen Vergleichen rauszukommen? Hast du da einen Tipp? 

Alex: Vielleicht ist die Natur ein gutes Vorbild, gerade im Herbst, wenn auch Erntezeit ist. Wenn eine Pflanze das Notwendige hat, dann wächst sie und bringt Früchte. Statt mich ständig zu vergleichen, kann ich auch fragen: Was ist denn in meinem Leben schon gewachsen? Was habe ich erreicht? 

Dann erkenne ich auch: Nicht alles ist perfekt, aber ich habe mehr bekommen, als ich sehe. Und noch etwas will ich nicht vergessen. Ich glaube, Gott sagt nicht: Hey, die anderen sind ja viel besser als du. Für Gott bin ich unvergleichlich und wunderbar.