Danke, Knut!
In Schweden tragen die Menschen heute die Tannenbäume aus den Häusern, manchmal werfen sie sie sogar aus dem Fenster. Denn es ist Knuttag. Damit ist die Weihnachtszeit endgültig vorbei. Ich mag Knut! Schon der Gedanke an diesen skandinavischen Brauch motiviert mich, auch bei mir zu Hause aufzuräumen.
Es ist Zeit sich vom Weihnachtsschmuck zu trennen und aufzuräumen
Ich denke an mein Wohnzimmer – voller Lichterketten, Kerzenreste und Nadeln. Der Baum steht immer noch da, ein bisschen traurig, die Zweige schon trocken. Ich hatte einfach keine Lust, mich von ihm zu trennen. Der bunte Baumschmuck, die vielen Lichter. Zu schön war die Zeit. Aber heute fühlt es sich richtig an. Ich mache Musik an, hole den Staubsauger und fange an, aufzuräumen.
Platz schaffen - im Wohnzimmer und im Kopf
Mit jeder Kiste, die ich zuklappe, fällt es mir leichter loszulassen – die Deko, die Erinnerungen und auch die Gedanken, die noch nachklingen. Ich schaffe bewusst Platz – im Wohnzimmer und in meinem Kopf. Das Alte darf gehen. Und der frei gewordene Raum darf gern noch leer bleiben. Nach Advent und Weihnachten brauche ich nicht gleich das Nächste. Ich mag dieses Innehalten. Ein bisschen weniger von allem.
Loslassen gehört zum Neubeginn
Obwohl wir hier keinen Knuttag feiern, stelle ich meinen abgeschmückten Baum heute auch noch auf die Straße. Dort liegen schon andere. Ein bisschen Knut färbt eben ab! Bei uns im Ort kümmert sich die freiwillige Feuerwehr um die alten Bäume. Sie sammelt sie ein, stapelt sie auf einem Haufen, und später werden sie beim Osterfeuer verbrannt. Jeder Ort hat seine eigene Art, Abschied zu nehmen. In Schweden wird geworfen, bei uns gestapelt. Jeder Brauch ist anders, aber alle zeigen: Loslassen gehört zum Neubeginn.
Wenn ich heute aufräume, lasse ich nicht nur etwas zurück. Ich öffne Raum für das, was kommt. Danke, Knut! Für diesen kleinen Schubs in die richtige Richtung. Loslassen ist manchmal leichter, als ich dachte.