Bei Sonnenaufgang schaut nach Osten!
Anmoderation: An diesem Wochenende schaut alles auf die Wahl morgen in Sachsen-Anhalt. Auch Autor Lukas Sims spricht heute im hr1 Zuspruch über die Landtagswahl im Osten – und über ein Buch von einem Autor aus Sachsen-Anhalt, der die Hoffnung nicht aufgibt und für seine Heimat einsteht.
„Bei Sonnenaufgang schaut nach Osten!“ Schon Gandalf aus „Der Herr der Ringe“ wusste, wie wichtig der Osten ist. Spätestens morgen früh schauen alle auf den Osten, nach Sachsen-Anhalt.
Oststolz
Und viele werden sich fragen: Warum wählen sie so? Was fühlen die? Ehrlich gesagt: Ich bin aufm Dorf in der Wetterau großgeworden und fühl da mit den Menschen in Ostdeutschland. In den Dörfern gibt’s ähnliche soziale und strukturelle Verhältnisse. Das ist mir letztens bewusst geworden. Ich habe ein Buch von Alexander Prinz, einem gebürtigen Hallenser, gelesen: Oststolz.
Die Landflucht als Gemeinsamkeit
Darin beschreibt er seine Kindheit und Jugend im Dorf und wie sich nach und nach die Resignation einstellte. Denn die erhoffte Wende nach der Wende blieb aus. Industriezweige wurden dicht gemacht, Leute sind massenhaft entlassen worden und viele junge abgewandert. Dörfer verwaisen und vergreisen.
Den Glauben nicht verlieren
Und Prinz? Der verliert nicht den Glauben. Glauben in dem Fall als die Grundhaltung: Ich glaube daran, dass mein Handeln eine Bedeutung hat. Da kann ich als Christ super andocken. Ich muss nicht resignieren. Im Gegenteil: Auch wenn die aktuelle Situation nicht rosig aussieht – ich habe die Hoffnung, dass es wieder besser wird. Ich kann etwas daran verbessern, egal wie klein mein Anteil scheinen mag. Die Überzeugung finde ich auch in einer Bibelstelle, in der es heißt:
„Lasst uns nicht müde werden, das Gute zu tun; denn wenn wir darin nicht nachlassen, werden wir ernten, sobald die Zeit dafür gekommen ist.“ (Galater 6,9 / Einheitsübersetzung)
Überlassen wir die Zukunft nicht den Falschen!
Für mich steckt darin: Es lohnt sich immer, Herz statt Hass zu zeigen, Gutes zu sagen und zu tun. Das ist auch die Antwort, die Prinz für sich gefunden hat: Nicht über andere jammern, sondern mir bewusst zu machen, was ich alles schon erreicht habe im Leben – trotz schwieriger Startbedingungen. Für ihn ist der titelgebende Oststolz kein Gefühl, sondern eine Entscheidung. Am Ende steht sein Appell: „Überlassen wir die Zukunft nicht den Falschen!“