Befreit leben
Heute ist der 8. Mai: Tag der Befreiung. Vor 81 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Der Tag heute erinnert an das Ende von Gewalt und Diktatur. Und daran: Auch Schrecken hat ein Ende.
Tag der Befreiung und Geburtstag: Passt das zusammen?
Der 8. Mai – Tag der Befreiung. Für mich hat dieser Tag noch eine andere Bedeutung. Meine Schwester hat heute Geburtstag. Wir feiern das Leben. Ihr neues Lebensjahr. Das hat zunächst nichts miteinander zu tun. Aber ich finde: Das passt schon. In beidem steckt Hoffnung. Etwas Neues beginnt. Für mich ist das der Kern von Befreiung: Ich kann nach vorne schauen. Das Leben ist nicht festgelegt. Ein neuer Anfang ist möglich.
Freiheit ist zerbrechlich
Befreiung – das ist ein großes Wort. Aber gerade im Moment ist es für mich sehr greifbar. Die Nachrichten zeigen Bilder von Krieg und Zerstörung. Von Menschen, die nicht frei sprechen dürfen. Und nicht frei leben und lieben. Ich merke: Freiheit ist zerbrechlich. Wir müssen sie schützen. Und wir müssen sie leben.
Wann wird Freiheit gefährdet?
Auch hier bei uns ist die Freiheit gefährdet - wenn Hass und Ausgrenzung normalisiert werden. Wenn Menschen beschimpft werden wegen ihrer Hautfarbe. Oder ausgegrenzt, weil sie eine Behinderung haben. Jetzt gilt es zu widersprechen. Aber wie?
Würde und Freiheit gehören zusammen
Freiheit bedeutet: Das Leben hat einen Wert. Ich besitze Würde und darf mich entfalten – und jeder andere auch. Ohne Ausnahme. Das sagt sich einfach. Ist es aber nicht. Freiheit braucht das Gespräch. Ich spreche über meine Bedürfnisse. Und ich höre zu, was der andere sich für sein Leben wünscht. Gemeinsam loten wir dann aus, was geht. Und finden einen Weg, der für uns beide passt. Immer wieder neu. Dann kann daraus eine gemeinsame Zukunft entstehen.
Ein neuer Anfang in Freiheit
Heute Abend feiere ich diese Zukunft. Mit meiner Schwester. Ein neues Lebensjahr beginnt für sie. Ein neuer Anfang. Hoffnung, dass es weitergeht. Nach vorne. In Freiheit.