An der Kasse ein Mensch
Ein kleines Schwätzchen an der Supermarktkasse oder zumindest ein freundlicher Blick oder der nette Wunsch „schönen Tag noch!“: Ich find das immer schön. Aber mittlerweile wird das immer seltener. Auch in dem Laden, in den ich nach der Arbeit manchmal noch schnell reinspringe.
Der Posten an der Spielkasse war am begehrtesten
Seit einiger Zeit gibt es dort nämlich solche Selbstbedienungskassen. Am Anfang fand ich das sehr lustig – wie früher, wenn wir als Kinder einkaufen gespielt haben, mit Spielgeld und Kasse zum Tippen. Der Posten da an der Spielkasse, der war immer am begehrtesten.
Und auch jetzt beim Einkaufen, da hat es mir erst mal Spaß gemacht, die Sachen selber zu scannen. Und es ging ja auch schneller, wenn so ein Terminal gerade frei war und alles funktioniert hat.
Was für ein Stress!
Aber dann habe ich gemerkt, wie sich die Kassenregion damit verändert hat. Jetzt gibt es nämlich nur noch eine Kasse mit einem Kassierer oder einer Kassiererin. Und irgendwie fehlt es mir, ein paar Worte mit der Kassiererin zu wechseln. Und ich denke mir: manche einsamen Menschen vermissen das vielleicht noch mehr. Außerdem ist da der Stress für die Kassierer: die müssen jetzt nicht nur die eigene Kasse bedienen, sondern die vier oder fünf Selbstbedienungskassen gleich mit. Wie oft klappt dort irgendetwas nicht, dann muss er oder sie ran! Obendrein noch alle im Blick behalten, weil natürlich auch manches einfach so eingesteckt wird – ohne die Waren zu scannen! Was für ein Stress! Und was für ein Verlust für die Kunden. Für viele ist es so wichtig, ein paar Worte mit der Kassiererin zu wechseln, gerade für Menschen, die allein leben.
Die einzigen Kontakte am Tag
Die Selbstbedienungskassen sparen den Kunden vermutlich ein paar Minuten Zeit. Und der Supermarkt spart natürlich Personalstellen. Aber dafür geht so viel verloren: an Kontakt, an Mitmenschlichkeit, an Begegnung. Alles Gegengewichte gegen den Megatrend Einsamkeit! Für manche Menschen sind die Gespräche an der Kasse die einzigen Kontakte am Tag. Ich gehe seitdem bewusst an die Kasse mit der Kassiererin oder dem Kassierer, auch wenn ich etwas länger warten muss. Ich bin sehr dankbar, dass ich dort Menschen begegnen kann.