Die Kraft schöner Erinnerungen
Das neue Jahr ist ja jetzt schon ein paar Tage alt. Aber ich fühl ich mich manchmal immer noch in den Startlöchern, was „2026“ betrifft. Ich denk dann: So ein Jahr ist oft ein Hürdenlauf. Es warten jede Menge Herausforderungen auf mich. Im Beruf. Und privat. Für die nächsten zwölf Monate werd ich sicher Kraft brauchen.
Meinen Jahresanfangs-Blues vertreibe ich diesmal schneller
Ich weiß: Das ist mein üblicher Jahresanfangs-Blues. Rund um tausend Alltagssorgen. Zum Glück merk ich diesmal: Ich kann ihn schneller vertreiben als sonst. Das liegt an einem kleinen Vorsatz, den ich zum Jahresstart gefasst hab: Ich möcht ganz bewusst an besonders schöne Erinnerungen aus dem letzten Jahr denken. Genauer: aus dem letzten Sommer. Und das gute Gefühl, das sie wecken, auskosten. Wie einen emotionalen Proviant. Der mir beim Start ins Jahr Kraft gibt.
Auf die Idee brachte mich ein Erlebnis im letzten Sommer
Auf die Idee gekommen bin ich an einem besonders schönen Sommer-Moment im letzten Jahr: Ich hab wunderbare Tage in Wales verbracht. Und dabei auch ein kurioses Küstendorf besucht. Es heißt Portmeirion und ist eine Mischung aus Freilichtmuseum und Filmkulisse. Der exzentrische Architekt Sir Clough Williams-Ellis hat es im Stil eines italienischen Fischerstädtchens errichten lassen. Und da das an der rauen Nordsee zwischen nebligen Schafweiden und Mooren ein Blickfang ist, hat er damit einen Besuchermagneten geschaffen. So ähnlich, wie das in Bayern König Ludwig mit Schloss Neuschwanstein gelungen ist. Auf dem Dorfplatz hab ich dann zwischen den bunten Häuschen ein sehr inspirierendes Detail entdeckt: An einem Denkmal prangen Plaketten mit begeisterten Inschriften: Hier hat der Dorf-Gründer die schönsten Sommer seines Lebens geehrt. „Gewidmet dem glänzenden Sommer 1959“ heißt es da. Oder: „1975 überragte sogar 1959“. Jeden Herbst hat er entschieden, ob ein Sommer „plaketten-würdig“ gewesen war. War das der Fall, hat er in eine Plakette investiert.
Damals habe ich diesen Jahresanfangs-Vorsatz gefasst
Mir hat die Idee gefallen. Auch wenn mir trotz wunderbarer Urlaubsstimmung nicht in den Sinn gekommen ist, eine eigene Plakette dazuzuhängen. Aus dem Sommer 2025. Aber ich hab mir damals vorgenommen: Am Jahresanfang denk ich an schöne Sommermomente zurück. Ganz konkret: an das Flair, die Farben dieses Urlaubs in Wales. Und merk jetzt tatsächlich: Die schönen Erinnerungen an den „Sommer 2025“ sind verblüffend lebendig. Und tun einfach gut.