Hintergründe

St. Martin: Lichter, Mantel, Gänse

Ein frierender Bettler, ein Soldat hoch zu Ross und ein Mantel, der geteilt wird: Die Geschichte des heiligen Martin ist rund 1.700 Jahre alt – und doch erstaunlich aktuell. Was bewegte den römischen Soldaten dazu, einem Fremden die Hälfte seines Mantels zu schenken? Und warum wurde ausgerechnet diese Begegnung zum Symbol für Nächstenliebe und gelebte Solidarität?

Ein Mann der Tat

Am Martinstag erinnern wir uns an einen Mann, der nicht lange redete, sondern handelte. Seine Geschichte lädt dazu ein, genauer hinzuschauen: Wer braucht heute unsere Aufmerksamkeit, unsere Zeit oder ganz konkret unsere Hilfe? Und was können wir teilen, wenn es nicht unbedingt ein Mantel sein muss? In seinem hr1 Zuspruch erinnert uns Dechant André Lemmer daran, dass wahrer Reichtum dort entsteht, wo wir unsere Liebe, unsere Zeit und unsere Aufmerksamkeit für den anderen teilen.

Ein Licht in der Dunkelheit

Im Herbst wird es früh dunkel, und die Dunkelheit schlägt manchmal auf die Stimmung. Auch Menschen mit Krankheit und Sorgen erleben gerade ihre eigene schwere Zeit. St. Martin bringt mit Laternen, Feuern und Kinderpunsch Licht in diese Wochen. Im hr3 Moment Mal zeigt Alex Becker, wie viel schon ein kleines Licht für einen Menschen verändern kann.

St. Martin, der spätere Bischof von Tours

Autor Daniel Stehling ist begeisterter Begleiter seiner Kinder beim St. Martinsumzug. Diese „Lichterkinder“ schenken in seinen Augen nicht nur Licht und Wärme in dieser dunklen Jahreszeit, sie erinnern uns in seinem hr4 Übrigens vor allem daran, dass ihr Licht das Leben für andere heller machen kann.

Einen historischen Bezug stellt Autorin Judith Vonderau in ihrem hr2 Zuspruch zu dem Heiligen St. Martin her. Martin war römischer Soldat, die Hälfte seiner Ausrüstung gehörte dem Kaiser. Wenn er den halben Mantel verschenkt, dann verschenkt er seinen Anteil und damit alles, was er hat.

Bräuche in anderen Ländern

St. Martin wird längst nicht überall gleich gefeiert. Während Kinder in Deutschland mit leuchtenden Laternen durch die Straßen ziehen, basteln Kinder in der Schweiz aus sogenannten Räben (Herbstrüben) kunstvolle Lichter, die von innen mit einer Kerze beleuchtet werden. In einigen Regionen Belgiens fungiert St. Martin ähnlich wie der Nikolaus. Er bringt den Kindern in der Nacht zum 11. November heimlich Spielzeug und Süßigkeiten. Und auf Malta gibt es Geschenke für die Kids. Ein Stoffbeutel, der Borza ta San Martin, ist gefüllt mit herbstlichen Leckereien wie Nüsse, Feigen, Kastanien, Orangen und einem speziellen süßen Brot.

Besonderes Fest in Utrecht

Besonders reizvoll ist vielleicht ein Trip nach Utrecht in den Niederlanden: Dort ist St. Martin seit dem Jahr 700 Schutzpatron. Sein Gedenktag wird mit einer großen Lichterparade, Musik, Solidaritätspreisen und sogar einem kostenlosen Essen für obdachlose Menschen gefeiert. Hier wird die Mantelteilung zu einem lebendigen Zeichen für gesellschaftlichen Zusammenhalt. 

Süße Martinsgänse zum Selbermachen

Zutaten (für ca. 10–12 Gänse)

Für den Teig: 250 g Magerquark, 100 ml neutrales Speiseöl, 100 g Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker, 1 Ei (Größe M), 1 Prise Salz, 400 g Weizenmehl (Type 405), 1 Päckchen Backpulver
ca. 4 – 6 EL Milch (falls der Teig zu trocken ist)

Für die Dekoration: Rosinen oder Schokodrops (als Augen), etwas flüssige Butter zum Bestreichen nach dem Backen (macht sie super soft!), Optional: Hagelzucker zum Bestreuen oder Zitronen-Zuckerguss

Zubereitung 

  1. Den Ofen vorheizen: Den Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze (oder 160 °C Umluft) vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.
  2. Flüssige Zutaten mischen: Quark, Öl, Zucker, Vanillezucker, das Ei und eine Prise Salz in einer Schüssel mit dem Rührgerät glattrühren. 
  3. Teig kneten: Das Mehl mit dem Backpulver mischen. Zur Quark-Masse geben und alles zügig mit den Knethaken (oder den Händen) zu einem glatten, geschmeidigen Teig verarbeiten. Sollte der Teig zu krümelig sein, esslöffelweise etwas Milch hinzufügen. 
  4. Ausrollen und Formen: Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche ca. 1 cm dick ausrollen. Nun mit einer Gänse-Ausstechform die Gänse ausstechen.
    • Tipp ohne Ausstecher: Zeichnen Sie eine Gans auf Karton, schneiden Sie diese aus, legen Sie die Schablone auf den Teig und schneiden Sie die Konturen mit einem scharfen Messer nach
  5. Verzieren: Die Gänse auf das Backblech legen. Jeder Gans eine Rosine oder einen Schokodrop als Auge fest in den Teig drücken. Wer mag, bestreut die Flügel jetzt mit Hagelzucker.
  6. Backen: Im Ofen für ca. 15 Minuten backen, bis sie eine schöne goldgelbe Farbe annehmen.
  7. Das Finish: Die Martinsgänse sofort nach dem Backen noch warm mit etwas flüssiger Butter bestreichen – so glänzen sie toll und bleiben extra lange weich. Alternativ nach dem Abkühlen mit Zuckerguss (Puderzucker mit etwas Zitronensaft verrührt) glasieren.