hr4 ÜBRIGENS
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Jaeger, Frank-Nico

Eine Sendung von

Evangelischer Pfarrer, Bad Hersfeld

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Zuversicht nach kalten Zeiten

Im Jahr 1804 bleiben Schnee und Frost bis in den April. Es ist ein kalter Winter, der viele Menschenleben fordert. Auch am 12. Februar ist es kalt. In einer Königsberger Wohnung liegt Immanuel Kant in seinem Bett und wartet auf den Tod. Zeitlebens hat der Philosoph sich gefragt, was man angesichts einer kalten Welt hoffen kann.

 “Es ist gut”

In seinen letzten Stunden ist ein Pfarrer bei ihm. Als der Philosoph nach einem Glas Wasser verlangt, nimmt er dieses mit den Worten „Es ist gut.“  Ob er damit das Wasser meint, eine Zusammenfassung seines Lebens formuliert oder einfach den Moment des nahen Sterbens beschreibt bleibt offen. 

222 Jahre später: Was dürfen wir heute hoffen?

222 Jahre nach dem Tod von Immanuel Kant fragt sich die Welt immer noch: Was darf ich hoffen? Was ist realistisch? Ein „Es ist gut“ käme mir angesichts der Turbulenzen nicht über die Lippen: Zu viele Rück- und Tiefschläge hat die Welt einstecken müssen. Ist es gut?

Nicht alles ist gut, aber Aufgeben gilt nicht

Nein, nicht alles ist gut. Aber gute Hoffnungen gibt es trotzdem. Ein Fest, dass die Hoffnung auf Veränderung im Herzen trägt, wie der Frühling das frische Grün, haben wir gerade gefeiert. Und eine Botschaft des Osterfestes lautet: Aufgeben gilt nicht. Nicht den Kopf in den Sand stecken. 

Hoffnung auf Frieden, Freude und Freiheit nach einer kalten Zeit

Also was darf ich hoffen? Auf Frieden warte ich. Und hoffe zugleich, dass die Welt nicht im Chaos versinkt und das ein halbes Pfund Butter nie mehr als 2,09 Euro kostet. Ich wünsche mir, dass Demonstrationen nicht zum Hass aufrufen, und Frieden herrscht unter allen Völkern. Freude, Freiheit und ein milder Frühling, nach einer kalten Zeit.

Die Zuversicht ist eben nicht klein zu kriegen. Auch nicht 222 Jahre später.