Wir fahren zum Evangelischen Katholikentag…
Es liegt schon einige Jahre zurück. Ich war mit dem Zug unterwegs. An einem Bahnhof ist ein junges Studentenpaar zugestiegen. Sie waren in fröhlicher Stimmung, und wir kamen schnell ins Gespräch. Die Frage nach ihrem Reiseziel wurde überraschend beantwortet: „Wir fahren zum Evangelischen Katholikentag.“ Und dann haben wir über die spontane Wortschöpfung gelacht.
‚Hab Mut, steh auf!‘
Was auf den ersten Blick wie ein Versprecher gewirkt hat, ist eigentlich längstens Realität geworden: Die Katholikentage wie auch die Evangelischen Kirchentage sind schon lange keine ausdrücklich konfessionellen Veranstaltungen mehr. Christinnen und Christen aus unterschiedlichen Kirchen begegnen sich dort – und sicherlich auch Menschen, die sich keiner der Kirchen zugehörig fühlen. Zudem kommen Gäste aus vielen anderen Ländern, so dass eine große bunte und vielfältige Gemeinschaft entsteht. Unter einem Leitwort treffen sich die Menschen zu Vorträgen und Diskussionsgruppen, Gesprächen über einen Bibeltext und in Gottesdiensten.
Heute Abend startet der Katholikentag in Würzburg, unter dem Leitwort: ‚Hab Mut, steh auf!‘
Und es wird viel gefeiert
Das Wichtigste beim Katholikentag, finde ich, sind die Begegnungen der Menschen. Junge und Alte, Menschen unterschiedlichster Berufs- und Bildungsgruppen sprechen über ihr Leben und über ihren Glauben, der sie begleitet. Oft sind es die unerwarteten Gelegenheiten: beim Warten auf den Bus oder bei der Fahrt in der Straßenbahn, wo Menschen sich begegnen. Und es wird viel gefeiert: auf Festen, zu denen Gruppen eingeladen haben, und in den unterschiedlichen Gottesdiensten.
Das sind keine Gegensätze für mich
Oder aber ganz spontan, wenn auf einem Platz gesungen und getanzt wird. Für mich sind diese Tage ein eindrucksvolles Zeichnen der Gemeinschaft aller Christinnen und Christen miteinander. Zwar hat jede Kirche ihre eigene Geschichte und ihre eigenen Formen, den Glauben auszudrücken und zu gestalten. Aber das sind für mich keine Gegensätze.
Ich bin sicher: Auch das Treffen in Würzburg wird wieder so ein „Evangelischer Katholikentag“.