hr4 ÜBRIGENS
hr4
Porträt einer Frau mit schulterlangen, glatten Haaren und einer Brille. Sie trägt ein lila Oberteil und lächelt freundlich in die Kamera. Der Hintergrund ist hell und neutral.

Eine Sendung von
Claudia Sattler,
Evangelische Pfarrerin, Herborn

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Eine Gruppe von Kindern und Erwachsenen steht um einen Tisch im Freien, der mit verschiedenen Speisen und Getränken gedeckt ist. Alle scheinen sich zu amüsieren und miteinander zu interagieren. Die Szene vermittelt eine freundliche, gesellige Atmosphäre.

Willkommen - einfach so

Ein Straßenfest vor der Haustür, Kaffee und Kuchen, Grillrauch in der Luft. Ich bin nur zu Besuch, meine Freunde wohnen hier. Aber ich durfte mitfeiern und war begeistert von dieser Gemeinschaft.

Inge, die älteste Frau der Straße

Da ist Inge, die älteste Frau der Straße, sie wohnt hier, seit sie denken kann. Ellen ist da mit ihrem Mann Eddi, Arzt, aufgewachsen in Ghana. Ein Stockwerk tiefer wohnen Frederike und Christine, sie kommt aus den USA, ihr Kind erziehen die beiden zweisprachig. Nebenan wohnt Angelo aus Gabun und Larance aus Frankreich.

Wenn es zu regnen anfängt

Als es zu regnen anfängt, macht Ekrem gegenüber einfach seine Garage auf, seine Eltern kamen aus der Türkei. Und die Kinder spielen im Regen. Sie brauchen keine gemeinsame Sprache dafür. Bei manchen Erwachsenen ist das Deutsch noch im Werden, mal mit Händen und Füßen. Aber es klappt.

Spielen ohne gemeinsame Sprache

Es wird gegrillt, gelacht, das Buffet geleert. Irgendwann tanzen Kinder und ein paar Erwachsene im Regen auf der Straße. Verschiedene Sprachen, Hautfarben, verschiedene Vorstellungen davon, was eigentlich auf einen Grillteller gehört. Aber das interessiert hier keinen. Alle sitzen zusammen am Tisch.

Ich gehöre eigentlich gar nicht hin

Ich gehöre da eigentlich gar nicht hin. Ich wohne nicht in dieser Straße, kenne nur zwei Menschen dort. Und trotzdem darf ich mitsitzen, mitreden, mitlachen. Als würde ich schon immer dazugehören. Dabei habe ich nichts dafür getan. Ich habe diese Menschen nicht gesucht, nichts mitgebracht außer mir selbst. Und trotzdem: willkommen. 

Ein großer Tisch, Platz für alle

Einfach so. Das ist ein Gefühl, nach dem sich viele Menschen heimlich sehnen - dazuzugehören, ohne erst etwas beweisen zu müssen. Ein großer Tisch, Platz für alle, Essen und Trinken, Reden und Lachen. Alle fühlen sich wohl, niemand ist fremd. So stelle ich mir den Himmel vor.