Vincent van Gogh zum Geburtstag
Heute ist der Welt Bipolar Tag am Geburtstag von Vincent van Gogh. Als ich das zuerst gelesen habe, habe ich gedacht: Das ist ja ein merkwürdiger Zufall. War nicht Van Gogh auch psychisch krank? Und erst danach habe ich verstanden: Das ist überhaupt kein Zufall. Wissenschaftler nehmen heute an: Van Gogh hat selbst an einer bipolaren Störung gelitten. Sie haben dafür seine vielen Briefe und auch die Berichte von Augenzeugen untersucht. Natürlich kann man nie ganz sicher sein, wenn man jemandem eine Diagnose stellt, der nicht mehr lebt. Aber es spricht eben einiges dafür.
Hat er so außergewöhnlich gemalt, weil er psychisch krank war?
Ich frage mich: Wenn Van Gogh heute leben würde und die gleiche Diagnose hätte. Könnte er trotzdem Malen, so wie damals? Und ich bin mir nicht sicher.
Manche sagen: Er hat so toll und außergewöhnlich gemalt, weil er psychisch krank war. Aber das kann man wohl nicht herausfinden. Auf jeden Fall finde ich seine künstlerische Leistung einfach beeindruckend.
Seine Kunst war stark, mutig, neu
Und ich denke das zeigt: Auch psychisch kranke Menschen haben wirklich gesunde und kraftvolle Zeiten. Sie sind eben nicht nur ihre Krankheit. Van Goghs Malen war kein therapeutisches Malen. Es war echte Kunst. Stark. Mutig. Neu.
Menschen auf ihre Krankheit zu reduzieren, lähmt sie
Es erinnert mich an eine Episode aus der Bibel. Jesus begegnet einem Gelähmten. Er sagt zu ihm: „Steh auf, nimm dein Bett und geh.“ Und da konnte der Gelähmte gehen. Ich weiß nicht wie lange und wie weit er gegangen ist. Aber er konnte offensichtlich mehr als er und vor allem andere gedacht hatten. Ich verstehe diese Bibelstelle so: Menschen auf ihre Krankheit – psychisch oder körperlich – zu reduzieren, lähmt sie.
Helfen tut eher, ihnen etwas zuzutrauen. Auch ihre gesunden Anteile anzusprechen und zu stärken. Damit sie an sich glauben können.