Motorseglermoment
Ich bleibe jedes Mal stehen, wenn ich ein Segelflugzeug starten sehe. Bei uns in der Nähe ist ein Flugplatz, und manchmal führt mich mein Spaziergang genau dort vorbei. Dann schaue ich zu, wie das Flugzeug langsam über die Startbahn rollt. Ein Motorflugzeug zieht es. Dazwischen hängt nur ein langes Seil. Das Motorflugzeug wird schneller, das Segelflugzeug hebt ab – und plötzlich steigt es immer höher.
Ein Segelflugzeug hebt ab – getragen von anderen
Ich finde diesen Moment faszinierend. Da zieht das Motorflugzeug das Segelflugzeug einfach mit. Immer höher. Und ich denke: Was für ein geniales Prinzip! Das Segelflugzeug hat ja keinen Motor, es muss nicht selbst für den Auftrieb sorgen. Es muss nicht aus eigener Kraft nach oben kommen. Es darf sich ziehen lassen. Bis die gewünschte Höhe erreicht ist.
Wenn die eigene Kraft nicht reicht
Und genau darin entdecke ich etwas von meinem Glauben. Denn manchmal bin auch ich antriebslos. Ich habe keine Kraft, keine Idee, keine Energie, um selbst abzuheben. Und dann glaube ich: Gott zieht mich, weil er stark ist. Wenn ich nicht weiterweiß, kann er mein Antrieb sein. Wenn mir die Kraft fehlt, trägt er mich.
Sich von Gott ziehen und tragen lassen
Wenn ich selbst keine Höhe gewinne, kann er mich ein Stück nach oben bringen – zu einer neuen Perspektive. Und dann kommt irgendwann dieser Moment beim Segelflug: Das Seil wird ausgeklinkt. Das Flugzeug fliegt weiter. Frei. Leicht. Getragen von der Luft. Was für ein Bild für mein Leben mit Gott. Ich muss nicht immer aus eigener Kraft abheben. Manchmal darf ich mich einfach von Gott ziehen lassen. Und darauf vertrauen: Er bringt mich in die Höhe. Er trägt mich. Und er lässt mich nicht fallen.