hr4 ÜBRIGENS
hr4
Kulik, Dave

Eine Sendung von
Dave Kulik,
Evangelischer Pfarrer, Obervellmar

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Ein Mädchen sitzt in einem Klassenraum und schreibt

Die kleine Auferstehung

Auferstehung - so lautet das Thema in der Konfirmandenstunde. Mit der Auferstehung tun sich nicht nur Jugendliche schwer. Viele zweifeln an einem Leben nach dem Tod und außerdem: Wenn es das gibt, wie sieht es dann aus?

Plötzlich sagt eine Konfirmandin: 

„Ich glaube, ich habe die Auferstehung schon erlebt.“ 

Kann Auferstehung schon mitten im Leben passieren?

Alle schauen zu ihr und einer fragt neugierig nach. „Wie das denn?“

Das Mädchen beginnt zu erzählen: „Vor den Ferien haben wir eine schwere Klassenarbeit geschrieben. Ich hatte echt Angst davor. Nachts konnte ich kaum schlafen. Dauernd machte ich mir Sorgen, ob ich das schaffe. Dabei hatten meine Eltern mit mir tagelang geübt und gesagt: Du schaffst das. Ich hatte da meine Zweifel und habe Stoßgebete zu Gott geschickt: Bitte lass mich die Arbeit bestehen!

Am nächsten Morgen habe ich die Arbeit geschrieben. Als der Lehrer die Arbeit zurückgab, klopfte mein Herz wie wild. 

Was geschieht, wenn aus Angst plötzlich Erleichterung wird?

Ich war baff! Nicht nur bestanden, nein, die Note war viel besser als gedacht!“

„Das war eine kleine Auferstehung für mich.“, sagt sie lächelnd zu uns.

Alle anderen, mich miteingeschlossen, lächeln sie ebenfalls an. 

Mir gefällt ihre Geschichte von der kleinen Auferstehung – da geht es nicht um etwas Großes und Fernes, sondern um das, was wir kennen.

Sind kleine Auferstehungen Zeichen neuer Hoffnung?

Wenn aus Angst wieder Zuversicht wird. Wenn es besser ausgeht, als befürchtet.

Kleine Auferstehungen wirken mitten im Leben, wie die gute Laune nach einer bestandenen Prüfung. Für mich ist das ein wunderbares Bild: In unserem Leben haben Angst und Sorgen nicht das letzte Wort. Neue Zuversicht kann wachsen, manchmal eben auch ganz klein und doch spürbar gut.