Die etwas andere Wohngemeinschaft
Während des Studiums in Frankfurt habe ich einige Jahre in einer Wohngemeinschaft mit anderen Studierenden gelebt. Für mich war das eine gute Erfahrung.
Es war meistens jemand da, wenn ich nach Hause kam. Wir haben uns grundsätzlich gut verstanden und viel zusammen unternommen. Und ich habe von meinen Mitbewohnern einiges gelernt.
Die WG der anderen Art
Natürlich gab es auch mal Streit und schwierige Phasen: Wer ist mit dem Putzdienst dran? Wer hat hier wieder seine Sachen rumliegen lassen und wer war an meinem Joghurt?
In der Pfarrei St. Birgid in Wiesbaden, in der ich arbeite gibt es jetzt eine WG der etwas anderen Art. An einem unserer Kirchorte, in Delkenheim, haben wir als Pfarrei gerade das Kirchengebäude aufgegeben. Das Bauwerk aus den 1960ern ist baufällig, das Dach eher ein Sieb. Ein Neubau, der schon geplant war, musste aufgrund von Sparmaßnamen wieder verworfen werden.
Jetzt teilen wir und bilden eine Gemeinschaft
In diesem Moment kam die evangelische Gemeinde desselben Ortes auf uns zu mit der Frage: “Wollt ihr nicht bei uns einziehen?“ Wir teilen uns die Kosten, und erfüllen den Ort gemeinsam mit Leben.
Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn man zusammenwohnt, lernt man sich nochmal anders kennen. Intensiver. Ich habe dabei Dinge entdeckt die ich am anderen mag und schätze, aber auch manch andere Seite gesehen.
Und es bedarf guter Absprachen. Was wollen wir? Was ist uns wichtig? Wo sind wir uns einig und wo passt es nicht zusammen. Im Zusammenleben mit anderen lerne ich Neues, aber auch mich selbst besser kennen.
Ich glaube, dass solche Erfahrungen auch für unsere Gesellschaft wertvoll sind. Es ist wichtig, sich selbst aber auch andere besser kennenzulernen, ins Gespräch zu kommen, andere Sichtweisen zu entdecken und Kompromisse zu finden. Gerade das habe ich im WG-Leben gelernt.