Der wilde Rosenmontag
„Helau!“, „Alaaf!“, oder wie man in meinem Wohnort Flörsheim ruft: „Hal die Gail!“, was so viel bedeutet wie „Haltet die Pferde fest!“. Mit solchen Rufen begrüßen sich Närrinnen, Narren und Jecken in den Fastnachtshochburgen in Köln, Düsseldorf und Mainz und auch in vielen hessischen Städten und Dörfern, wenn sie ausgelassen Karneval, Fastnacht oder Fasching feiern.
In Flörsheim kommt keiner um die närrische Zeit herum
Ich wurde nachweislich nicht an einem Rosenmontag geboren und bin auch nicht in der Nähe eines größeren Flusses wie Rhein oder Main aufgewachsen, aber auch ich komme bei mir in Flörsheim um die närrische Zeit nicht herum.
Die Umzüge nehmen aktuelle und politische Themen aufs Korn
Der Rosenmontag ist für viele der Höhepunkt dieser Zeit und seit etwas mehr als zweihundert Jahren finden an diesem Tag in manchen Städten große und kleine Rosenmontagsumzüge statt. Da geht es oft nicht nur ums ausgelassene Feiern, sondern die Umzugswagen nehmen auch aktuelle oder politische Themen und Personen aufs Korn.
Wieso heißt er „Rosenmontag“?
Mit „Rosen“ hat der Rosenmontag übrigens vermutlich wenig zu tun, „Rosen“ kommt eher vom mittelhochdeutschen „rasen“ was so viel wie „toben“ bedeutet. Man könnte also auch „wilder Montag“ sagen.
Auch Jesus konnte ausgelassen feiern
Ausgelassen und friedlich mit anderen feiern und Alltag und Sorgen mal für ein paar Tage vergessen: Ich finde, das ist eine gute Sache. Übrigens kann ich mich als Christ da sogar auf Jesus beziehen: Auch der hat nicht nur unermüdlich für Gottes gute Botschaft gewirkt, sondern auch gerne mal mit seinen Freunden gefeiert, er wurde sogar „Fresser und Säufer“ genannt (vgl. Matthäus-Evangelium 11,19).
Dürfen wir, sollen wir feiern in diesen problematischen Zeiten?
Ich weiß, es gibt Menschen, die sagen: In unserer Zeit mit all ihren Problemen gibt‘s Besseres zu tun als zu feiern. Aber ich finde, gerade in solchen Zeiten ist es wichtig, auch mal ausgelassen sein zu können. Ernst wird es schon von alleine wieder, denn das Ende ist abzusehen. So wie es im berühmten Karnevalslied heißt: Am Aschermittwoch ist alles vorbei!