Das Vermächtnis des Heiligen Kilian
Heute möchte ich Sie in Gedanken mitnehmen zu einem Mann, der vor mehr als 1.300 Jahren lebte. Sein Name ist auch heute noch ein beliebter Vorname im süddeutschen Raum: der heilige Kilian.
Aufbruch im Glauben
Er kam aus Irland und verließ seine Heimat, um den Menschen im Frankenreich von Gottes Liebe zu erzählen. Gemeinsam mit seinen Gefährten Kolonat und Totnan zog er durch Franken und gelangte schließlich nach Würzburg. Dort predigte er das Evangelium, taufte Menschen und setzte sich für ein Leben nach christlichen Werten ein.
Treue bis in den Tod
Kilian suchte nie den einfachen Weg. Das brachte ihn in Konflikt mit den Mächtigen seiner Zeit. Schließlich musste er dafür sterben. Die Kirche verehrt ihn deshalb als Märtyrer – als einen Menschen, der seinem Glauben an Christus bis in den Tod treu blieb. Heute, am 8. Juli, ist sein Gedenktag.
Der Mut des Heiligen Kilian
Und ich denke, dass uns der heilige Kilian auch heute noch etwas zu sagen hat, nämlich: Glaube ist mehr als Tradition. Glaube bedeutet, Haltung zu zeigen, für Wahrheit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit einzutreten, so wie Jesus es getan hat – auch dann, wenn es heftigen Gegenwind gibt. Auch wir wissen, dass Schweigen oft einfacher ist, als das Wort zu erheben, dass es in bestimmten Situationen bequemer erschein, wegzuschauen, als hinzusehen und zu helfen.
Kilian als Beispiel für unser Leben
Der heilige Kilian und sein Leben erinnern mich daran, dass Gottes Geist Menschen mutig machen kann, damals wie heute. Nicht laut oder aufdringlich, sondern liebevoll und voller Klarheit. Dieser Mut zeigt sich oft im Kleinen: in einem tröstenden Gespräch, einer versöhnenden Geste, dem guten Wort oder dem Einsatz für jemanden, der übersehen wird. So wird Jesu Wort aus dem Evangelium Realität: „Ihr seid das Licht der Welt.“ (Mt 5, 14) Licht vertreibt die Dunkelheit, indem es einfach leuchtet. So hat Kilian in seinem Leben geleuchtet. Auch wir können versuchen, nach Kilians Beispiel mit unserem Mut Licht in unsere Welt zu bringen.