hr4 ÜBRIGENS
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Häbel, Dr. Ulf

Eine Sendung von
Dr. Ulf Häbel,
Evangelischer Pfarrer, Laubach-Freienseen

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Eine große Gruppe von Familienmitgliedern versammelt sich in einem hellen Raum. Im Vordergrund stehen zwei ältere Erwachsene, während mehrere jüngere Personen fröhlich im Hintergrund lächeln. Alle sind eng beieinander und strahlen Zuversicht und Gemeinsamkeit aus.

Das Familienfoto

In unserem Treppenhaus hängt ein Familienbild, entstanden vor fünfzehn Jahren bei einem Familienfest. Es zeigt uns, wie wir damals waren: meine Frau und mich, unsere sechs Kinder mit ihren Partnern und vier Enkel. Heute sähe das Bild etwas anders aus. Fünf Enkel sind dazu gekommen. Das ist schön. Zwei Schwiegerkinder fehlen; das ist nicht so schön. Bei ihnen hat die gemeinsame Lebensplanung nicht geklappt. Schade, doch es ist so wie es ist.

Verletzungen im Familienleben

Manchmal bleibe ich vor dem Bild stehen. Dann spüre ich die Freude über die lebensfrohen Enkelkinder; aber auch die Traurigkeit darüber, dass Familienleben seine Verletzungen und Trennungen hat. Dann kommen mir auch Gedanken zu den Menschen auf dem Foto: Könnte ich nicht aus meiner Lebenserfahrung dem einen oder anderen einen Rat geben? Doch ich weiß: Unpassende Ratschläge tun weh. Und Schuldfragen helfen niemandem; sie verletzten nur noch einmal.

Beten für die Familie

Als ich vor unserem Familienfoto stand, habe ich einfach gebetet – für alle, die darauf zu sehen sind, für die, die dazugekommen sind und für die, die gegangen sind. Für Menschen beten bedeutet für mich: Gott möge ihnen die Kraft geben, ihr Leben anzunehmen, wie es ist, und zuversichtlich zu bleiben.

Kraft, Gelassenheit und Weisheit

Ein Gebet, das ich manchmal zu meiner Lebenszuversicht bete, sagt genau das: Gott gib mir die Kraft, das zu ändern was ich ändern kann, das zu ertragen, was ich nicht ändern kann und gib mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.