hr4 ÜBRIGENS
hr4
Petig, Susanna

Eine Sendung von

Evangelische Pfarrerin, Kirchspiel Gensungen, Felsberg /Eder

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Gott dienen im Gottesdienst

Gott dienen im Gottesdienst

„Wieso heißt denn das eigentlich Gottesdienst?“, fragt mich ein Schüler.
Gottesdienst – wer soll denn da wem dienen?“
Ich sage: „Naja, die Menschen kommen zusammen, um Gott zu dienen!“
Aber dann komme ich ins Grübeln.
Jesus ist „nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen …“,
heißt es im Markusevangelium (Kapitel 10, Vers 45).

Das wird ja auch von Anfang an deutlich:
Nicht im Schloss ist er geboren, sondern im Stall.
Da waren keine Diener und kein Personal, die die Familie umsorgten.
Und genau das ist kennzeichnend für sein ganzes Leben.
Er hat anderen geholfen.

Könnte Gott vielleicht auch den Menschen dienen?
Indem er ihnen eine Zeit einräumt – den Gottesdienst -, in der sie in sich gehen können?
In der sie sich bewusst machen können, woher wir kommen und wohin wir gehen?
Was wirklich ein gutes Leben ist?
Wie Gott uns gemeint hat und ähnliches?
Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr bin ich davon überzeugt.
Gott hat uns lieb, und er will, dass wir das erkennen können.

Jesus „ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen ...“
Martin, ein guter Bekannter, hat jetzt neulich zu mir gesagt:
„Weißt du, mir hilft der Gottesdienst richtig!
Ich spüre, dass mir so eine Auszeit vom Alltag wirklich gut tut.
Sonst dreht sich immer alles um das, was ich leisten soll, was meine Aufgaben sind,
was andere erwarten.

Dauernd Leistungsdruck und Sorgen.
So ein Gottesdienst lenkt meinen Blick in eine andere Richtung.
Die Lieder und Gebete sagen mir, dass Gott mich so liebt wie ich bin.

Ich muss gar nichts dafür tun.
Ich muss mir nicht verdienen, dass Gott mich liebt.
Es ist einfach so – ohne Gegenleistung.
Das tut mir richtig gut!“
„Ja“, denke ich, „so ist der Gottesdienst gemeint.
Er soll im Grunde uns Menschen dienen.

Wir können gestärkt in unseren Alltag zurückgehen –
auch mit dem Segen, der guten Kraft von oben.
Und auf diese Weise können wir selbst Glaube, Hoffnung und Liebe verbreiten.
Immer und überall, einfach mit unserem Leben.
Denn das ist das Einzigartige an unserem Glauben:
Gott will sich nicht dienen lassen, sondern uns dienen, uns helfen zu einem guten Leben.