Mathematisches Problem
„Warum sollte ich beten? Gott hat noch nie auf eine Frage von mir geantwortet.“ sagte neulich meine Freundin Sabine. Ich habe zurück gefragt: „Muss Gott denn immer antworten? „Reicht es nicht, wenn er zuhört? So wie du mir zugehört hast, wenn ich in der Schule in Mathe mal wieder nicht weitergekommen bin?“
Ich war eigentlich gut in Mathe. Aber manchmal saß ich vor den Hausaufgaben und kam einfach nicht vorwärts. Dann habe ich meine Freundin angerufen und sie schon so begrüßt: „Ich habe ein mathematisches Problem!“ Ihre Antwort war ein langes Seufzen: „Schieß los...“
Ich erklärte also mein Problem – das heißt, ich versuchte es. Meine Gedanken waren oft schon so blockiert, dass meine Erklärungen durcheinander waren. „Und was willst du jetzt genau von mir wissen?“ war dann Sabines Frage. Also startete ich einen neuen Versuch – und dann meistens noch einen – oder zwei. Irgendwann hatte ich das Problem so durchdacht, dass ich es gut erklären konnte. In dem Moment fiel mir meistens selbst die Lösung ein.
Meine Freundin war richtig gut in Mathe. Sie hätte mir auch gleich die Lösung für die Aufgaben nennen können. Aber ich habe sie immer angerufen, weil sie es mir eben nicht so einfach gemacht hat. Sie hat mir zugehört –und damit hat sie mir geholfen, selbst eine Lösung für mein Problem zu finden. Manchmal hilft es schon, jemanden seine Probleme zu erklären, um wieder klar sehen zu können und den richtigen Weg zu finden. So geht es mir auch oft mit dem Beten.