Poetry Slam: Worte, die ins Herz gehen
Moderator/in: Heute ist wieder einiges los in Hessen. Zum Beispiel das Open-Air-Festival im Freibad in Trebur, in Bad Orb das „Spessarter Genuss- und Gartenfest“ und in Frankfurt lockt das Osthafen Festival Besucher an. Lena Giel, von der katholischen Kirche, ist da auch was für dich dabei?
Lena: Ja, ein Programmpunkt beim Osthafen Festival hat mich total angesprochen: da ist heute Mittag Poetry Slam. Am Besten kann man das mit „Dichter Wettkampf“ übersetzen. Vier bekannte Poeten sind da heute auf der Hafen Bühne und tragen ihre Texte vor. Oft gibt’s ja das Vorurteil: Dichten könnte langweilig sein. Aber beim Poetry Slam ist das anders: da geht es um Themen, die mich direkt ansprechen, die mich berühren. Zum Beispiel, was Glück bedeutet oder Liebe oder Leid. Manchmal sind die Texte nachdenklich oder sie bringen einen zum Schmunzeln.
Das sind ja alles große Themen! Sprechen sie dich auch an, weil sie mit deinem Glauben zu tun haben?
Lena: Ja, da steckt vieles drin, was ich fast schon als religiöse Themen fassen würde: Fragen nach Freude, Angst, Wut oder Hoffnung. Menschen haben schon immer versucht, das, was sie bewegt, in Worte zu fassen. Schon in der Bibel gibt es eine ganze Sammlung von Liedern und Gedichten: die Psalmen. Da wird gejubelt und gedankt, aber auch gezweifelt und Gott angeklagt. Vielleicht wäre mancher Psalm heute sogar ein perfekter Poetry-Slam-Text. Ich glaub nämlich, gute Worte haben die Kraft, Menschen zu verbinden und das über Jahrtausende. Der Poetry Slam heute auf dem Osthafen Festival wird bestimmt auch ein Ort mit vielen starken Worten – und ich bin überzeugt: der ein oder andere Gedanke dort, wird einem sicher noch lange im Herz bleiben.