Weltmeister Christoph Kramer im Schweigekloster
Der ehemalige Fußballprofi Christoph Kramer hat gerade in einer Talkrunde von seiner Karriere erzählt. Jahrelang spielt er in großen Stadien, feiert Erfolge, wird sogar Weltmeister! Bekommt Applaus, Anerkennung, Bestätigung. Dann läuft sein Vertrag aus. Und er erlebt: Kein anderer Verein will ihn verpflichten. Niemand ruft an. Er erinnert sich: „Es ist ein schlimmes Gefühl, wenn man nicht mehr richtig gewollt wird.“
Wenn der Applaus verstummt
Solche Momente kennen viele Menschen – auch ohne große Bühne. Wenn eine Arbeitsstelle endet. Wenn die Kinder ausziehen und eine Aufgabe wegfällt. Wenn Fähigkeiten, für die ich lange geschätzt wurde, plötzlich nicht mehr gefragt sind. Wenn ich merke: Ich werde nicht mehr gebraucht. Bestätigung verschwindet – und mit ihr ein Stück Identität.
Die Frage nach dem eigenen Wert
Kramer fragt sich damals ehrlich: Brauche ich diese Bestätigung wirklich so sehr? Oder gibt es eine andere Stimme, die meinem Leben Wert gibt? Der ehemalige Leistungssportler drückt das so aus: „Genauso wie ich mein Herz abtrainieren musste, weil es eine hohe Belastung gewohnt war, musste ich auch diese Bestätigung abtrainieren.“
Ein ungewöhnliches Trainingslager: Stille
Er wählt dafür ein ungewöhnliches Trainingslager: ein Schweigekloster. Ein paar Tage keine Interviews, kein Lärm, keine Erwartungen. Nur Stille.
Solche Zeiten des Schweigens kennen viele Religionen. Sie sind mehr als einfach nur Ruhe. Schweigen als Übung. Wieder hinhören – auf das eigene Herz, aber auch auf Gott. Auf die leise Stimme Gottes, die sagt: Du bist gewollt.
Gottes leise Stimme
Denn Gottes Stimme ist selten laut. Sie geht im Alltag leicht unter, zwischen Terminen, Anforderungen und dem Wunsch nach Anerkennung. In der Stille kann sich etwas verändern: Der Blick verschiebt sich. Weg von der Frage, was andere von mir erwarten – hin zu der Frage, was Gott mir geschenkt hat.
Neue Talente entdecken
Bei Christoph Kramer war es die Lust am Schreiben. Sein erster Roman über einen 15-Jährigen auf der Suche nach dem Glück wurde ein großer Erfolg. Aber wichtiger ist vielleicht: Er entdeckt Talente, die lange im Schatten seiner Fußballkarriere standen.
Von Gott gewollt – mit vielen Begabungen
Mir sagt mein christlicher Glaube: Jeder Mensch ist von Gott gewollt. Und jeder Mensch hat Talente bekommen. Nicht nur ein einziges, sondern viele. Manche werden erst sichtbar, wenn andere Aufgaben wegfallen. Vielleicht entsteht genau dann Raum, um eine andere Stimme zu hören.
Mehr als Applaus
Christoph Kramer hat das Schweigen geholfen. Und Menschen, die nicht nur den Weltmeister in ihm sehen. Er sagt: „Es ist voll schön, wenn Leute dir zujubeln, wenn du ein Tor geschossen hast. Aber wenn Jugendliche dir sagen, dass ihnen mein Buch gefallen hat und sie sich verstanden gefühlt haben, hat mich das noch mal ganz anders berührt.“ Es geht also um mehr als nur Applaus – um ein Gesehenwerden, das wirklich trägt. Genau das schenkt Gottes leise Stimme: Du bist gewollt, mit all deinen Talenten.