hr2 ZUSPRUCH
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Lungershausen, Dr. Christine

Eine Sendung von
Dr. Christine Lungershausen,
Evangelische Pfarrerin, Eschborn

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Drei Personen stehen an einem Zaun und unterhalten sich. Ein Mann trägt einen Korb, während er spricht. Alle drei lächeln und scheinen eine freundliche und entspannte Atmosphäre zu genießen, umgeben von ländlicher Umgebung.

Vertrauen tut gut

Wie können wir unsere Wohnung vor Einbrechern schützen? – Das haben mein Mann und ich uns gefragt. Es ist schon ein paar Jahren her. Damals waren wir ganz neu in Eschborn. Wir wollten zwei Wochen wegfahren. Wer könnte in dieser Zeit nach unserer Wohnung sehen? Die Frage war uns wichtig. Denn es gibt in Eschborn immer wieder Einbrüche. Ich wusste aber niemand, mit dem wir ausreichend bekannt waren.

Alarmanlage, Urlaub und die Frage nach Sicherheit

Mein Mann hat dann mehrere Kameras installiert, die automatisch Alarm absetzen, wenn etwas nicht stimmt. Im Urlaub ist das tatsächlich passiert – allerdings dauernd und vollkommen unbegründet, etwa wenn irgendein Licht durch die geschlossenen Jalousien geschienen ist. Alarmiert und aufgewühlt waren wir trotzdem. Der Urlaub war im Eimer.

Nachbarschaft und Vertrauen

Seitdem finde ich: Vertrauen ist besser. Es macht das Leben einfacher. Ich hätte eine Nachbarin besser kennenlernen können und sie bitten, ein Auge auf unsere Wohnung zu haben.

Warum Vertrauen unser Zusammenleben trägt

Natürlich: manchmal braucht es auch Kontrolle. Beim Einkaufen an der Supermarktkasse – da schaue ich schon auf den Kassenzettel. Oder im Straßenverkehr – da geht es ja um Sicherheit. Da ist Kontrolle wichtig. Aber im alltäglichen Zusammensein mit Menschen merke ich: Vertrauen macht das Leben leichter. Manchmal auch auf Vorschuss.

Gegenseitiges Vertrauen in der Gesellschaft 

Nur so funktioniert unsere Gesellschaft: Wir glauben einander. Ich gehe davon aus, dass die Friseurin ihr Handwerk beherrscht. Ich setze darauf, dass mich niemand auf der Straße überfällt. Ich werfe einen Brief in den Briefkasten und weiß: Der kommt an. Unser ganzes Zusammenleben basiert auf Vertrauen. Das ist mir in den letzten Monaten immer deutlicher geworden.

Was tun bei Missbrauch von Vertrauen

Natürlich: Es gibt immer einzelne, die das Vertrauen ausnutzen und Regeln brechen. Das muss konsequent verfolgt und unterbunden werden. Denn nach einem Schaden braucht es lange, bis Menschen Vertrauen wiedererlangen. Aber: Ständig misstrauen ist auch anstrengend.

Nachbarschaft pflegen

Deswegen ist es mir wichtig geworden, dieses Vertrauen zu pflegen. Ich möchte mit Menschen in der Nachbarschaft leben, die mir bekannt sind. Die mich im Urlaub anrufen, wenn was ist. Menschen, mit denen ich im Austausch bleibe und die fragen: Seid ihr gut angekommen? Die vielleicht sogar unsere Hochbeet gießen und die Post reinholen. So möchte ich auf Menschen schauen und ein Miteinander leben…

Wie es sich anfühlt Vertrauen geschenkt zu bekommen

Und umgekehrt erlebe ich auch, wie gut es tut, wenn mir jemand wirklich vertraut: Wenn mir meine Freundin von ihren Sorgen erzählt. Ich darf ihr zuhören. Und spüre: Sie schätzt mich und fühlt sich bei mir sicher. Ein gutes Gefühl. Seitdem versuche ich öfter davon auszugehen: Menschen meinen es gut miteinander.

Vertrauen pflegen: Warum es das Leben einfacher macht

Vertrauen zu pflegen, ist wichtig. Denn wir leben als Gesellschaft davon, einander glauben zu können. Vertrauen macht das Leben eben einfacher.