hr2 ZUSPRUCH
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Wöllenstein, Helmut

Eine Sendung von

Evangelischer Pfarrer, Marburg

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Valentinstag

Es ist nicht zu übersehen, das goldene Herz auf dem roten Plakat. Die Einladung zum Valentinstag. Wollen wir mal hingehen? fragt Ute ihren Tom. Gottesdienst mit Segnung für Paare. Wenn du meinst, sagt er, und sie freut sich.

Sekt und Pralinen in der Kirche

In der Kirche ist es anders als sonst. Besonderes Licht. Ein Gläschen Sekt am Eingang oder eine Praline. Etliche Paare sind in ihrem Alter, so um die 60. Eine Frau schiebt ihren Mann im Rollstuhl. Zwei jüngere Männer, in schicken Jacken, ein harmonisches Duo. Ein Teenie Pärchen, händchenhaltend mit roten Wangen, da glüht was, auch ohne Sekt. 

“Wünsch dir ein Lied”

„Wünsch dir dein Lied“, steht über einer Jukebox. Goldig. Welchen Knopf sollen sie drücken: „Stand by me „oder “It‘s so easy to fall in love?” Jetzt ist Tom schneller. Stand by me. Gleich bei den ersten Takten sind sie wieder in ihrer Disco, wie mit Anfang zwanzig. – Und es hat ja auch funktioniert, so lange schon, das Zusammenstehen. 

Verschiedene Stationen zum Valentinstag

In der Kirche gibt es verschiedene Stationen. Man kann einen Liebesbrief schreiben, einen für den anderen, oder für jemanden, der nicht hier ist. Oder ein Seelsorger bietet Gespräche an.

Irgendwann gibt es eine Musik für alle. Auf dem Altar stehen viele Kerzen und ein riesiger Strauß rote Rosen. Eine Pfarrerin begrüßt. Ihr Kollege liest aus der Bibel vor: Diese berühmten Sätze vom Hohen Lied der Liebe: „Nun aber bleiben Glaube, Liebe, Hoffnung, diese drei, aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“ (1. Korinther 13,13)

Ein Paar erzählt, was das für sie bedeutet hat, nach dem das erste Feuerwerk vorbei war mit all dem Funkenregen, an den sie immer noch gerne denken. Bald kamen die Kinder, die Arbeit in zwei Berufen, viel um die Ohren… - das haben wir nur zusammen geschafft, sagen sie. Mit immer mehr Vertrauen. Dann hat es mal richtig gekracht. Ein Wunder, dass wir noch zusammen sind. Beide erzählen abwechselnd und die Leute hören gern zu. 

Zum Gottesdienst kann man allein kommen, zu zweit oder als Familie. Man kann da sein und gehen und man kann sich auch segnen lassen. 

Ein Segen für das Paar

Hand in Hand stehen Ute und Tom vor der Pfarrerin. Sie legt ihnen die Hände auf ihre Schultern, schaut sie an und sagt: Zusammen stehen, an guten und an schweren Tagen, den Ärger teilen, das Lachen und die Liebe, immer wieder die Liebe. Weitergehen durch dick und dünn, zu zweit in der Liebe. Immer wieder in der Liebe, so segne euch Gott. 

Eine wunderbare Stärkung für den weiteren gemeinsamen Lebensweg.