hr2 ZUSPRUCH
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Maschke, Andrea

Eine Sendung von
Andrea Maschke,
Katholische Pastoralreferentin in Bad Homburg / Friedrichsdorf

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Sag’s mit einem Elfchen!

Sommer
Sehr heiß
Kühlung wäre schön.
Dort gibt es Zitroneneis.
Gerettet!

Das ist ein Elfchen, ein Gedicht aus genau elf Worten.

Vielleicht keine große Kunst, aber eine wunderbare Art, einen Gedanken oder eine Stimmung festzuhalten. Meistens ist die letzte Zeile dabei eine Pointierung, eben wie der Punkt auf dem i.
Der Aufbau ist immer gleich: fünf Zeilen, in der ersten Zeile ein Wort, in der zweiten zwei, in der dritten drei, in der vierten vier und in der fünften dann wieder eines. Das macht insgesamt 11 Worte.

Mit wenigen Worten einen Moment festhalten

Ich war zu Beginn der Ferien bei einer Art Geistlichen Auszeit eine Woche auf einer Nordseeinsel. Und da hat eine Frau einen kleinen Elfchen Workshop angeboten. Ich kannte diese Gedichtform, habe aber nie selbst Elfchen-Gedichte geschrieben. Und es war toll. Mit nur 11 Worten kann man ja keine Geschichte oder gar einen Bericht schreiben, da ist ja so mancher einzelne Satz schon länger. Aber wie schon gesagt: Stimmungen oder Momentaufnahmen, die lassen sich mit Elfchen-Gedichten gut einfangen.

Elf Wörter können den Blick auf das eigene Leben verändern

Ich hatte mich zum Beispiel sehr auf diese Auszeit gefreut. Weg von daheim, von der Arbeit, frischer Wind um die Nase. Aber bei so einer Auszeit geht es immer auch darum, auf das eigene Leben zu schauen, sozusagen mit Gottes Blick und ein paar Dinge für sich zu klären.

Im Elfchen-Workshop haben wir in einer Übung alle mit dem gleichen Wort begonnen: Insel. Ganz unterschiedliche kleine Gedichte waren in kurzer Zeit geschrieben. Wir haben sie uns gegenseitig vorgelesen. Die einen sprachen über Gefühle, die anderen beschrieben die herrliche Natur – alles jeweils in 11 Worten.

Elf Wörter, die mehr sagen als ein langer Text

Mein Elfchen ging so:

Insel
Weit weg
stimmt nicht ganz
hab mich selbst dabei
immer.

Und ich glaube, auch die anderen haben verstanden, was ich damit ausdrücken wollte, mit meinen elf Worten. Ich war selbst ein bisschen überrascht, wie stimmig und richtig sich das anhörte.

Seitdem versuche ich immer wieder mal, meine Gedanken in Elfchen auf den Punkt zu bringen und so etwas zu klären. Nur für mich selbst, ohne Publikum.