Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte?
Wenn zwei sich streiten, freut sich der Ditte. Stimmt nicht immer.
„Wenn zwei sich streiten, leiden auch Dritte!“
Im Bekanntenkreis haben sich zwei gestritten. Auseinandergestritten sogar. Sowas passiert – auch nach Jahre von Freundschaft, Liebe und Ehe. Selten freuen sich Dritte. Bei gemeinsamen Kindern, Freunden und Weggefährten heißt es oft eher: „Wenn zwei sich streiten, leiden auch Dritte!“
Trennung und Konflikt: Warum auch Freunde und Familie leiden
Mir ging´s als Freund so. Wenn Du beide magst, die sich jetzt trennen, zu wem hältst Du Kontakt? Nö, da will ich mich gar nicht entscheiden. Aber das heißt schnell: Beide verlieren. Oder zwischen die Fronten geraten.
Trennung verarbeiten: Warum das Umfeld oft länger braucht
Manchmal dauert es sogar länger für das Umfeld, bis die neue Wirklichkeit so ganz ankommt als für das Paar, das sich getrennt hat. Da gibt es vielleicht schon neue Gefährten, aber man selbst ist noch gar nicht so weit, fröhlich den Kumpel oder die Freundin mit anderen Partnern ins Leben zu integrieren.
„Alles hat seine Zeit!“ – so ist das wohl. Und manchmal braucht die eigene Seele Zeit, um hinterherzukommen. Sie hinkt noch dem Vergangenen hinterher und hat noch keinen Elan zu Luftsprüngen über das Neue.
Neuanfang nach Trennung: Neues Glück kann entstehen
Und dann kenne ich auch Leute, da ging vor Jahren die Partnerschaft auseinander. Ich kenne sie aber nur in der neuen Konstellation. Die ist für mich die Selbstverständlichkeit. Da haben sich auch mal zwei vor langer Zeit auseinandergestritten. Und ich als Dritter und Kumpel von heute freue mich an dem neuen Paar.
„Das kannst Du als Pfarrer?“, bin ich schon gefragt worden. Klar. Wir wissen, dass in unserer Welt nichts für die Ewigkeit ist. Jesus selbst hat mal sinngemäß gesagt: Im Himmel gibt es keine Ehen mehr. Und dass Beziehungen wie alles menschliche Miteinander scheitern können, wissen wir alle.
Trennung mit Respekt: Die Kunst, im Scheitern fair zu bleiben
Gut ist, wenn unser Herz dranhängt und das Scheitern, das schmerzt, uns nicht egal ist. Auch nicht die Partner, die sich enttäuscht und verletzt haben und auch nicht das Miteinander als Familie oder Freunde, das lange getragen hat. Im Scheitern miteinander noch gut umzugehen – das ist eine große Kunst.
Wenn zwei sich streiten, freut sich nicht unbedingt der Dritte. Aber er bleibt hoffentlich Freund oder Freundin.