hr1 ZUSPRUCH
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Kristen, Dr. Peter

Eine Sendung von
Dr. Peter Kristen,
Evangelischer Pfarrer und Studienleiter, Religionspädagogisches Institut Darmstadt

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Eine Hand in blauen Handschuhen hält ein rotes Herz, während eine zweite Hand bereit ist, es zu empfangen. Der Hintergrund ist in sanften Lila- und Rosa-Tönen gehalten. Das Bild symbolisiert Fürsorge und den Austausch von Liebe oder Unterstützung.

Organe spenden braucht Vertrauen

Grundsätzlich bereit zu einer Organspende sind die Allermeisten, aber kaum die Hälfte der Menschen in Deutschland hat einen Organspendeausweis. So bleiben die Wartelisten lang. Alle Menschen sollen frei über sich und ihren Körper entscheiden können, darin sind sich alle einig. Aber: Muss ich aktiv zustimmen, Organe zu spenden, oder gelte ich schon als Organspender, wenn ich nicht aktiv widersprochen habe?

Emotionale Debatte im Bundestag

Darum ging die emotionale Debatte letzten Donnerstag im Bundestag. Mir ist die Position der Kirchen sympathisch, sie sagen: ein ausdrückliches Ja ist wichtig! Aber: Menschen sollen persönlich angesprochen und unabhängig beraten werden, damit sie sich frei entscheiden und ihre Entscheidung dokumentieren.

Vertrauen ist unbedingt nötig

Und noch etwas braucht es unbedingt: Vertrauen. Als Christ vertraue ich darauf: nach meinem Tod bin ich auch ohne einen vollständigen Körper bei Gott geborgen. Ich denke, wir können auch unserem Organspendesystem vertrauen. Ich bin wirklich tot, wenn man mir Organe entnimmt. Bei uns bekommt nicht der Reichste ein Spenderorgan, sondern der Kränkste.

Würdevoller Umgang vor und nach der Spende

Mit mir wird würdevoll umgegangen, vor und nach der Organspende. Ich habe mit einer jungen Ärztin gesprochen, die gerade die Organspende eines Kindes miterlebt hat. Sie war sehr beeindruckt von der Sorgfalt des großen Teams: Durch mehrere Tests haben die Ärztinnen und Ärzte den Tod festgestellt, zweifelsfrei.

Organe sorgfältig verpackt und schnell gebracht

Erst dann wurden die Organe entnommen, sorgfältig verpackt und schnell und sicher dorthin gebracht, wo sie dringend erwartet wurden. Die Operationsnarbe wurde sorgfältig wieder verschlossen und dann hat eine OP-Schwester das Kind in seinem Lieblingskleid noch einmal zu seinen Eltern gebracht, zum Abschiednehmen.

Bis zum Ende bei ihrem Kind bleiben

Sie ist extra länger geblieben, weil sie den Eltern versprochen hatte, bis zum Ende bei ihrem Kind zu sein. Beraten, entscheiden, dokumentieren. Wo wir Menschen und Abläufen vertrauen können, ist es leichter, Organe zu spenden und damit Leben. Mich hat das überzeugt.